Bei Geschäftsbesprechungen gilt für Ausländer die gleiche Kleiderordnung wie im Herkunftsland, auch wenn sich die einheimischen Gesprächspartner je nach Region zuweilen legerer kleiden. Der Grund liegt darin, dass mit dem westlichen Firmenvertreter auch die westliche Kultur assoziiert wird - und der damit in den Augen der chinesischen Seite verbundene Fortschritt und Reichtum, dem man nacheifern will. Wer durch sein Äußeres nicht in dieses Bild passt, kann ungewollt das Vertrauen in sein Produkt schmälern.
Gespräche über Politik, insbesondere brisante Fragen wie das Verhältnis der Volksrepublik zu Taiwan, sollten unbedingt gemieden werden. Geeignet ist dagegen das Thema Familie, die nach wie vor im Zentrum des Lebens steht. Mitgebrachte Fotos von Zuhause oder von Familienangehörigen können die Unterhaltung beleben. Die Frage an einen jüngeren Ausländer, ob dieser schon verheiratet sei und Kinder habe, gilt nicht als aufdringlich, sondern vielmehr als ein Zeichen der Fürsorge.
Völlig korrekt sind auch Erkundigungen nach dem Alter oder nach dem Preis des Anzuges, den man trägt. Niemand nimmt eine ausweichende Antwort übel, insbesondere wenn sie humorvoll ist. Von falschen Angaben ist allerdings dringend abzuraten, um die eigene Glaubwürdigkeit nicht zu untergraben, denn oft ist die chinesische Seite informierter als vermutet. Auch über Sport, den das Gros der Chinesen allerdings hauptsächlich aus dem Fernsehsessel betreibt, lässt sich ausgiebig fachsimpeln. Ein Lob beispielsweise der Erfolge der Tischtennisspieler oder die Kenntnis chinesischer Bundesliga-Fußballer kommen immer gut an.
Es kann sehr schwierig sein, auf längere Sicht (ab einem Monat) Termine zu vereinbaren, da die Planungen soweit nicht reichen. Entsprechende Verabredungen müssen daher durch regelmäßiges Nachhaken immer wieder bestätigt werden.
Die wichtigsten Feiertage sind das Chinesische Neujahr (am 1.1. des Mondkalenders, daher jährlich wechselnd zwischen Ende Januar bis Mitte Februar), der 1. Mai sowie der Nationalfeiertag (1. Oktober). Dann ist das öffentliche Leben bis zu eine Woche lahmgelegt. Die Bevölkerung nutzt diese Tage sehr gerne zum Reisen, weshalb die Verkehrsmittel im Land völlig überlastet sind.
Zur Kontaktaufnahme mit potenziellen Geschäftspartnern eignet sich zum einen der Besuch einer branchenspezifischen Messe. Ein vergleichsweise preisgünstiger Weg kann die Beteiligung an einem über den Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (AUMA) geförderten Gemeinschaftsstand sein. Darüber hinaus hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) zur politischen Flankierung von Auslandsprojekten eine Anlauf- und Koordinierungsstelle in Berlin eingerichtet. Dort können kleine und mittelständische Unternehmen Projekte benennen, bei deren Realisierung jetzt oder zu einem späteren Zeitpunkt politische Unterstützung gewünscht wird. Als amtliche Vertretung vor Ort sind die deutsche Botschaft in Beijing sowie die Generalkonsulate in Shanghai, Guangzhou und Chengdu behilflich.
Aus Unternehmersicht sind auch die unregelmäßig stattfindenden Delegationsreisen von Politikern interessant, an denen meist auch Firmenvertreter teilnehmen. Es gibt eine Reihe von Partnerschaften zwischen einzelnen Bundesländern und chinesischen Provinzen, die mehr oder weniger aktiv betrieben werden. Die Delegiertenbüros der Deutschen Wirtschaft ( http://www.china.ahk.de) in Shanghai, Beijing, Guangzhou und der Sonderverwaltungsregion Hongkong bieten sich mit einem breiten Dienstleistungsangebot als Kontaktstellen vor Ort an. Das Delegiertenbüro in Shanghai betreut auch die Liste deutscher Firmen in China, zu finden unter http://www.german-company-directory.com.
In Beijing und Shanghai vermieten die Häuser der deutschen Wirtschaft (German Centres) Büro-, Ausstellungs- und Konferenzräume und bieten Übersetzungs- und Dolmetscherservice sowie andere Beratungsdienstleistungen an. Chinesische Consultants können aufgrund ihrer Präsenz vor Ort, ihrer Kenntnis der lokalen Verhältnisse und ihrer Behördenkontakte hilfreich sein. Bei der Auswahl des Beraters ist es ratsam, auf Empfehlungen von Unternehmen, die bereits vor Ort tätig sind, zurückzugreifen.
Wer an einer Messe oder einer Delegationsreise teilnimmt, wird darüber hinaus im Regelfall Vertreter des "China Council for the Promotion of International Trade" (CCPIT) kennen lernen. Der CCPIT ist eine staatliche Organisation mit Hauptstelle in Beijing und Niederlassungen in allen größeren Städten des Landes. Es gibt sowohl regionale als auch überregionale Wirtschafts- und Branchenverbände. Diese unterscheiden sich allerdings stark hinsichtlich ihres Organisationsgrades sowie der Bandbreite und Qualität der angebotenen Leistungen.
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