Der Talanx-Konzern schafft im Jahr der Übernahme des Konkurrenten Gerling voraussichtlich ein Rekordergebnis. Operativ wird sogar die Milliardengrenze geknackt. Dennoch will der drittgrößte deutsche Versicherer rund 1700 Arbeitsplätze abbauen.
HB HANNOVER. Der Versicherungskonzern hat in diesem Jahr einen operativen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro erzielt und damit erstmals die Milliardengrenze überschritten. „Das ist ein Rekord, trotz der nicht unerheblichen Einmalbelastungen aus der Integration des Gerling-Konzerns“, sagte Talanx-Chef Herbert Haas am Montagabend in Hannover bei der Vorlage der vorläufigen Geschäftszahlen. Für das kommende Jahr peilt Talanx ein operatives Ergebnis (Ebit) von 1,3 Milliarden Euro an - vorausgesetzt, es gibt keine außergewöhnlichen Schäden. Konzernchef Haas setzt dabei vor allem auf Zuwächse im Ausland.
Die Milliarde hatte sich der drittgrößte deutsche Versicherer bereits für 2005 vorgenommen. Wegen der enormen Belastungen durch Hurrikans in den USA hatte die Talanx-Gruppe, zu der der weltweit viertgrößte Rückversicherer Hannover Rück gehört, ihr Ziel aber weit verfehlt und einen operativen Gewinn von nur 531 Millionen Euro verbucht.
Die Bruttoprämien belaufen sich in diesem Jahr auf knapp 19,5 Milliarden Euro. Das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um mehr als 26 Prozent. Hier schlägt vor allem die Gerling-Übernahme zu Buche, die in diesem Jahr mit drei Quartalen in das Konzernergebnis einfließt. Im kommenden Jahr will die Talanx-Gruppe ein Bruttoprämienvolumen von 21,1 Milliarden Euro erreichen, das wäre ein Plus von 8,3 Prozent.
Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote sank auf 96,9 (Vorjahr 105,1) Prozent. Damit waren die Schadenzahlungen und Verwaltungskosten - anders als im Vorjahr - wieder durch die Beitragseinnahmen gedeckt.
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