Abwehr von Bankenplänen: Deutsche Börse senkt Gebühren

Abwehr von Bankenplänen
Deutsche Börse senkt Gebühren

Die Deutsche Börse will mit einer Gebührensenkung ihr Aktienhandelssystem „Xetra Best“ attraktiver machen und so der Konkurrenzplattform der Großbanken – dem Projekt Türkis – den Wind aus den Segeln nehmen. Eine solche Aktion hat schon einmal funktioniert und einen unliebsamen Konkurrenten verdrängt.

FRANKFURT/LONDON. Die Börse wolle zum zweiten Quartal die Gebühren für „Xetra Best“ in einem „gut zweistelligen prozentualen Umfang“ reduzieren, verlautete aus Finanzkreisen. „Zurzeit ist die Deutsche Börse fast jede Woche bei den großen Häusern in London und wirbt für ihr System“, hieß es weiter. Die Börse bestätigte, dass sie für das zweite Quartal attraktivere Konditionen vorstellen wolle.

Hintergrund ist die Initiative von sieben Investmentbanken, die unter dem Codenamen „Projekt Türkis“ eine alternative Handelsplattform in Europa aufbauen wollen und damit Druck auf die etablierten Börsen ausüben. Morgan Stanley, UBS, Deutsche Bank und weitere Institute, die für über 50 Prozent des Aktienhandel stehen, wollen ihre Geschäfte demnächst nicht mehr an den Börsen, sondern auf der Plattform „Turquoise“ (Türkis) ausführen. Das Ziel: Kostensenkung.

Nach Informationen aus Finanzkreisen stehen die sieben Banken kurz davor, einen Technologiepartner auszuwählen, der für sie die Handelsplattform betreiben soll. Bis November soll das Projekt arbeitsfähig sein. Zu den Technologiefirmen, die noch im Rennen sind, zählen demnach die US-Börse Nasdaq, die skandinavische Börse OMX sowie eine Tochter des Brokers Instinet.

Das Zauberwort für die Banken heißt „Internalisierung“. Dabei passiert Folgendes: Ein Kaufauftrag für beispielsweise 100 Siemens-Aktien wird durch einen entsprechenden Verkaufsauftrag des Instituts bedient, oder der Käufer bekommt die Papiere aus dem Bestand der Bank. Das Institut spart die Handelsgebühren. Dieser Einsparung stehen aber auch Kosten gegenüber. So muss ein eigenes Handelssystem aufgebaut und betrieben werden. Aufwendig ist der Betrieb, weil die EU-Richtlinie Mifid „Best Execution“ (beste Ausführung) vorschreibt. Das heißt: Die Kurse müssen so gut sein wie auf dem liquidesten Handelssystem.

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