16 Bewertungen ****
10.09.2008 
Deutsche-Bank-Chef: Ende der Krise in Sicht

Ackermann bekräftigt Interesse an Postbank

von Nicole Bastian

Die Spekulationen über einen möglichen Verkauf der Postbank an die Deutsche Bank haben neue Nahrung erhalten: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bekräftigte sein Interesse an einer Beteiligung und bestätigte erstmals indirekt laufende Verhandlungen.

Bestätigte erstmals indirekt laufende Verhandlungen mit der Postbank: Josef Ackermann. Foto: dpaBestätigte erstmals indirekt laufende Verhandlungen mit der Postbank: Josef Ackermann. Foto: Bert BostelmannLupe

Bestätigte erstmals indirekt laufende Verhandlungen mit der Postbank: Josef Ackermann. Foto: dpaBestätigte erstmals indirekt laufende Verhandlungen mit der Postbank: Josef Ackermann. Foto: Bert Bostelmann

FRANKFURT. "Dass das strategisch passt, ist unbestritten", sagte Ackermann auf der Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch" in Frankfurt. "Die Frage ist, ob man eine Lösung findet, auch was den Preis angeht." Die Postbank würde die Deutsche Bank vielfach in strategischer Hinsicht stärken - sowohl bei der Positionierung auf dem Privatkundenmarkt als auch als Distributionsnetz, sagte der Vorstandschef des größten deutschen Kreditinstituts.

Zugleich erteilte Ackermann indirekt einer Vollübernahme der Postbank eine Absage. "Große Restrukturierungsphasen sind etwas, was wir im Moment nicht gebrauchen können und nicht anstreben", sagte er angesprochen auf eine mögliche Beteiligung an der Postbank. Nach Handelsblatt-Informationen aus Finanzkreisen erwägt die Deutsche Bank, zunächst mit einer Beteiligung von unter 30 Prozent bei der Postbank einzusteigen. Damit würde Ackermann ein Übernahmepflichtangebot an alle Postbank-Aktionäre vermeiden - ebenso wie die von ihm angesprochenen Restrukturierungen. Optionen könnten eine spätere Komplettübernahme regeln.

Die Deutsche Post AG hält derzeit 50 Prozent plus eine Aktie an der Postbank, die mit gut 14 Millionen Kunden so viele Privatkunden hat wie kein anderes deutsches Institut. Auf der Aufsichtsratssitzung der Post an diesem Freitag könnte eine Entscheidung über die Zukunft der Postbank fallen - einem der 30 wichtigsten Aktienwerte in Deutschland. Postbank-Chef Wolfgang Klein sagte seine Teilnahme an der Tagung "Banken im Umbruch" kurzfristig aus Termingründen ab.

Pausengeflüster bei der Handelsblatt-Tagung: Wer mit wem über was

Ackermann betonte, die Deutsche Bank wolle stabile Geschäftsfelder wie den Zahlungsverkehr und das Privatkundengeschäft ausbauen. Speziell im Privatkundengeschäft werde die Deutsche Bank ihre Disziplin bei Übernahmen nicht aufgeben. Deshalb habe das größte deutsche Geldhaus auch nicht mehr als vier Milliarden Euro für die deutsche Citibank geboten. Es mache keinen Sinn, sich über eine Niederlage für viele Jahre zu belasten und die Beschäftigten zu demotivieren. Schon jetzt erziele die Deutsche Bank im so genannten Retailbanking eine Eigenkapitalrendite von mehr als 25 Prozent.

An der Börse gehörte die Postbank wegen der Übernahmespekulationen zwischenzeitlich mit fast drei Prozent Zuwachs zu den Tagesgewinnern. Mit 45,98 Euro ist sie derzeit gut 7,5 Milliarden Euro an der Börse wert und damit deutlich weniger als noch vor wenigen Monaten.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

Blogkommentare zu diesem Artikel

Anzeige

Vorhersage Deutschland

weiterImmobilien + Vorsorge

Bank-Tochter BNP Paribas RE nutzt Mutter als Türöffner  Artikel in Merkliste

03.07.2009

Die beiden internationalen Immobilienberatungsunternehmen BNP Paribas Real Estate und DTZ reformieren ihre Geschäftsmodelle. BNP Paribas, die frühere Atisreal, will künftig mehr als zuvor ihre Muttergesellschaft, die französische Großbank BNP Paribas, als Türöffner für das eigene Geschäft nutzen. Dazu soll der gemeinsame Auftritt unter einer Marke dienen. Artikel


Handelsblatt Marktplatz

Über 220 000 Seminare zu 120 Themen. Aktuell: Abendseminare mit Spitzen-Trainern. Weiter