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02.07.2008 
Zukauf für 700 Millionen Euro

Ackermann kauft bei Fortis ein

von Nicole Bastian, Hans G. Nagl, Jan Dirk Herbermann und Peter Köhler

Die Deutsche Bank erwirbt für mehr als 700 Millionen Euro einen Teil des Firmenkundengeschäfts des Finanzkonzern Fortis. Zuvor war Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann mit einer überraschenden Mitteilung in die Offensive gegangen und hatte bei den Analysten gepunktet.

Kommunikationsoffensive: Mit einer überraschenden vorgezogenen Gewinnmitteilung trieb Deutsche-Bank-Chef Ackermann den Kurs seiner Aktie in die Höhe. Foto: dpaLupe

Kommunikationsoffensive: Mit einer überraschenden vorgezogenen Gewinnmitteilung trieb Deutsche-Bank-Chef Ackermann den Kurs seiner Aktie in die Höhe. Foto: dpa

FRANKFURT. Die Deutsche Bank steigt beim belgisch-niederländischen Finanzkonzern Fortis ein. Am Mittwochabend gab die Bank den Erwerb eines Teils des Firmenkundengeschäfts von Fortis bekannt. Die Belgier müssen sich nach der Übernahme der niederländischen ABN Amro aus wettbewerbsrechtlichen Gründen von dem Paket trennen. Es umfasst eine Spezialbank, einen Factoring-Anbieter und 15 Filialen für mittelständische Unternehmen. Der Kaufpreis von 709 Mill. Euro liegt 300 Mill. Euro unter dem Nettovermögen der Geschäftseinheiten.

Als Interessent galt auch die französische BNP Paribas. Die Geschäftsbereiche umfassen gut 35 000 Firmen- und 8 000 Privatkunden sowie 1 400 Mitarbeiter. Die Transaktion muss von den Behörden noch genehmigt werden. Fortis kann dann seinen Anteil an der im Konsortium mit Royal Bank of Scotland und Santander übernommenen ABNAmro endgültig integrieren.

Mit einer vorgezogenen Gewinnmitteilung hat die Deutsche Bank am Mittwoch derweil bei den Analysten gepunktet und dem Aktienkurs auf die Sprünge geholfen. Die Bank erklärte, dass sie „auf der Grundlage ihrer gegenwärtigen Erwartungen damit rechnet, dass sie für das zweite Quartal 2008 einen Gewinn ausweisen wird“. Die Kernkapitalquote werde in der Größenordnung von neun Prozent liegen und damit am oberen Rand des eigenen Plankorridors von acht bis neun Prozent. Ferner rechnet der Vorstand nicht damit, dass Kapitalmaßnahmen erforderlich werden.

Die Mitteilung der Deutschen Bank zum Ergebnis im zweiten Quartal am Mittwochvormittag war äußerst ungewöhnlich. Denn normalerweise lehnt es das Top-Management vehement ab, Marktgerüchte zu kommentieren. „Der Druck auf die Aktie war einfach zu groß“, sagte ein Deutsch-Banker. Die Spekulationen an den Märkten seien in den letzten Tagen einfach zu heftig gewesen. Zwischen den einzelnen Banken und ihrem Geschäft werde mittlerweile nicht mehr differenziert. Deshalb habe die Bank sich zum Handeln gezwungen gesehen.

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