Eine Beteiligung der Deutsche Bank
an der Postbank
steht unmittelbar bevor. Offenbar sind sich alle Beteiligten einig, nun fehlt nur noch die Zustimmung des Aufsichtsrats der Postbank
-Mutter Deutsche Post. Expertenmeinung: Bankchef Josef Ackermann ist nach dem Einstieg der große Gewinner.
HB FRANKFURT. "Damit hält er die Zügel bei der weiteren Konsolidierung der deutschen Privatkundenlandschaft fest in der Hand", sagte Dirk Schiereck, Professor an der TU Darmstadt, am Donnerstag. Ackermann würde sich mit dem Einstieg bei der Postbank
alle Optionen sichern. Schiereck hält dabei sowohl eine Komplettübernahme der Postbank
als auch den Weiterverkauf des Postbank
-Anteils in ein paar Jahren für möglich. "Da auch Post-Chef Frank Appel mit dem Schritt beweisen würde, die Postbank
auch in einem äußerst schwierige Marktumfeld verkaufen zu können, ist die angestrebte Lösung die eleganteste für alle Beteiligten", sagte Schiereck.
Die Deutsche Bank
und die Post hatten am Mittwochabend bestätigt, dass sie sich in fortgeschrittenen Gesprächen über eine Beteiligung der größten deutschen Bank an der Postbank
befinden. Details nannten die beiden Institute nicht. Bereits zuvor hatte Bankchef Ackermann auf der Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch" sein Interesse bekräftigt. Finanzkreisen zufolge erwägt das Geldhaus eine Beteiligung von unter 30 Prozent. Einem Bericht des "Bonner General-Anzeigers" zufolge will sich die Frankfurter Großbank ein Vorkaufsrecht für die restlichen Postbank
-Anteile der Post sichern. Die Post hält 50 Prozent plus eine Aktie.
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Auch aus der Branche waren wohlwollende Töne zu hören. Commerzbank
-Chef Martin Blessing sieht den sich anbahnenden Zusammenschluss positiv. Weitere Schritte zur Neuordnung der Branche seien gut für den Finanzplatz. "Ich begrüße jeden Schritt der Konsolidierung in Deutschland", sagte Blessing.
Wie die Deutsche Post den Verkaufserlös verwenden will, ist noch nicht entschieden. Post-Finanzvorstand John Allan hatte jüngst betont, erst wenn Sondereinkünfte eingelaufen seien, könne über die Verwendung befunden werden. Allan hatte jüngst in einem Interview gesagt, die Teilhabe der Aktionäre an außerordentlichen Erlösen stehe hoch in der Priorität. Lediglich andere cash-relevante Themen könnten eine Ausschüttung an Anteilseigner in Form eines Aktienrückkaufs oder einer Sonderdividende verhindern.


