18 Bewertungen ***
01.12.2008 
Postbank-Übernahme

Ackermanns teurer Postbank-Deal

von Nicole Bastian und Peter Köhler

Nach dem vorgezogenen Kauf der Dresdner Bank durch die Commerzbank wächst der Druck auf Josef Ackermann: Der Chef der Deutschen Bank könnte nun die Postbank zu einem niedrigeren Preis komplett übernehmen als bisher geplant. Experten fordern Nachverhandlungen.

Der Commerzbank-Dresdner-Deal erhöht den Druck auf die Deutsche Bank. Foto: ArchivLupe

Der Commerzbank-Dresdner-Deal erhöht den Druck auf die Deutsche Bank. Foto: Archiv

FRANKFURT. Fondsmanager fordern Nachverhandlungen bei der Postbank-Übernahme: Durch eine zügige Übernahme zu besseren Konditionen könnte die Deutsche Bank ihr Risikoprofil schneller verändern. Die nach Kunden größte Bank Deutschlands soll ihren Fokus auf stabile Geschäfte mit Privatkunden legen.

Das forcierte Tempo beim Kauf der Dresdner Bank durch die Commerzbank setzt nach Ansicht von Experten die Deutsche Bank unter Druck, die Postbank zu besseren Konditionen zu übernehmen. „Die Aktionäre der Deutschen Bank werden darauf drängen, die Postbank zu einem niedrigeren Preis zu übernehmen. Wir erwarten, dass Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann versucht, über Nachverhandlungen günstigere Konditionen zu erhalten“, sagte ein Fondsmanager am Wochenende. Ein weiterer Anlagemanager bei einer Fondsgesellschaft stimmte zu, angesichts der fortschreitenden Finanzkrise sei der Zeitpunkt jetzt günstig, auf Nachbesserungen zu drängen.

Unklar ist, ob auch die Deutsche Bank auf eine schnellere Vollübernahme der Postbank drängt. Im ersten Quartal wird sie sich zunächst mit 29,75 Prozent beteiligen. Dafür hatte sie sich Mitte September mit der Deutschen Post auf einen Preis von 57,25 Euro je Aktie – insgesamt also knapp 2,8 Mrd. Euro für das Paket – geeinigt. Aktuell ist die Postbank-Aktie noch 16,05 Euro wert.

Ein öffentliches Übernahmeangebot ist jedoch nicht vor dem dritten Quartal zu erwarten. Nach Informationen des Handelsblatts müsste die Deutsche Bank vom Zeitpunkt der Übernahme des ersten Pakets an sechs Monate den gleichen Preis von 57,25 je Aktie zahlen – auch wenn die Postbank-Aktie mittlerweile weit weniger wert ist. Deshalb würde eine Übernahme in dieser Zeit keinen Sinn machen. Eine Sprecherin der Deutschen Bank sagte, es gebe keine Pläne für eine schnelle und komplette Übernahme der Postbank.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

Blogkommentare zu diesem Artikel

Anzeige

Vorhersage Deutschland

weiterImmobilien + Vorsorge

Hat Tchibo gesetzeswidrig Versicherungen vermittelt?  Artikel in Merkliste

09.07.2009

Bei Tchibo gibt es nicht nur Kaffee. Das Hamburger Unternehmen empfiehlt seinen Kunden auch den Abschluss von Versicherungen. Damit könnte bald Schluss sein, ein Verein verklagt den Einzelhändler. Tchibo erfülle nicht die Standards eines Versicherungsvermittlers. Was der Prozess für Kunden bedeuten könnte. Artikel


Handelsblatt Marktplatz

Bei HRS finden Sie mehr als 230 000 Hotels weltweit zu tagesaktuellen Superpreisen! Mehr als 1,5 Mio. Hotelbewertungen erleichtern Ihre Auswahl! Weiter