Aktienpaket gekauft: Deutsche Bank setzt auf General Motors

Aktienpaket gekauft
Deutsche Bank setzt auf General Motors

Die Deutsche Bank hat ihren Anteil am schwächelnden US-Autokonzern General Motors binnen weniger Tage verdoppelt. Nach stundenlangem Schweigen hat das Frankfurter Institut nun auch den Grund für das gar nicht mal so kleine Engagement bekannt gegeben.

HB NEW YORK. Die Deutsche Bank stuft ihre Minderheitsbeteiligung an dem US-Autobauer als Handelsposition ein. Dies sagte ein Sprecher am Dienstag in Frankfurt. Damit würde Deutschlands größtes Geldhaus bei dem rote Zahlen schreibenden Automobilkonzern kein strategisches Interesse verfolgen. „Aller Voraussicht nach hält sie den Anteil für Kunden, beispielsweise als Prime Broker für Hedge-Fonds“, vermutete ein Marktteilnehmer am Morgen. Die Deutsche Bank habe stets bekräftigt, ihre Industriebeteiligungen sukzessive zurückfahren zu wollen.

GM hatte am Montag in einem Dokument an die amerikanische Börsenaufsicht SEC mitgeteilt, die Deutsche Bank sei mit 5,5 Prozent an seinem Grundkapital beteiligt. Dies entspreche gut 31,31 Mill. Aktien. Gemessen am aktuellen Kurs hat das Aktienpaket der Deutschen Bank einen Wert von mehr als 1 Mrd. Dollar oder umgerechnet etwa 790 Mill. Euro. Nach Erhebungen von Thomson Financial lag der Anteil der Bank an GM per Ende Dezember erst bei 15,9 Mill. Titeln.

Die GM-Aktie hat sich binnen eines Jahres von 19 auf aktuell knapp 33 Dollar verteuert, denn das Sanierungsprogramm scheint anzuschlagen. GM entlässt zehntausende Mitarbeiter, schließt ganze Werke und trennt sich von Tochterfirmen, um aus den roten Zahlen herauszukommen. Dem Unternehmen ging es kurzzeitig so schlecht, dass der Markt über einen Konkurs spekulierte.

Nun aber scheinen die Investoren wieder Vertrauen zu fassen. Die Deutsche Bank ist dank der Aktienzukäufe zum fünftgrößten Anteilseigner von General Motors aufgestiegen. Vor ihr liegen Finanzinvestoren, die bis zu rund 15 Prozent an GM halten.

Die Opel-Mutter leidet wie andere US-Autobauer seit längerem unter der Rabatt-Schlacht im Heimatmarkt sowie der Konkurrenz aus Asien. In den ersten neun Monaten 2006 hatte der Konzern einen Verlust von etwa 3 Mrd. Dollar eingefahren. Zuletzt musste GM zudem Buchungsfehler einräumen, weshalb sich die Veröffentlichung der Quartalszahlen für das Schlussquartal verzögerte. Der Konzern deutete aber an, Gewinn gemacht zu haben.

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