Allianz: Politik ist bei Rohstoff-Spekulationen am Zug

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Politik ist bei Rohstoff-Spekulationen am Zug

Allianz-Vorstand Jay Ralph fordert von der Politik eine sachliche Debatte über Spekulationen mit Nahrungsmitteln. Die Investitionen trügen nicht zum Hunger bei, sondern sorgten für eine Glättung von Preisschwankungen.

FrankfurtDie Allianz springt der Deutschen Bank in der Debatte über Finanzspekulationen mit Nahrungsmitteln zur Seite und sieht die Politik am Zug. Die Allianz sei zu dem Schluss gekommen, dass ihre Investitionen an den Agrar-Terminbörsen der Landwirtschaft und der Ernährungslage weltweit nutzten und nicht zum Hunger beitrügen, sagte Vorstandsmitglied Jay Ralph am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

Das Unternehmen gehört zu den größten Investoren überhaupt und ist auch an den Derivatemärkten für Rohstoffe aktiv. Auch 40 unabhängige Wissenschaftler warnten vor Forderungen von Organisationen wie Foodwatch oder Oxfam, solche Spekulationen zu verbieten, sagte der Vorstand.

Die Politik müsse mit Unterstützung der Wissenschaft eine sachliche Debatte und eine neutrale Klärung der Sache ermöglichen, appellierte Ralph an die Bundesregierung. "Sonst laufen wir Gefahr, Entscheidungen voranzutreiben, die den Menschen schaden." Mit den Terminkontrakten, in die die Allianz investiert, würden Preisschwankungen geglättet, so dass die Landwirtschaft trotz schwankender Ernten mit stabileren Preisen kalkulieren könne. "Je mehr Angebot und Wettbewerb es für solche Kontrakte gibt, umso günstiger wird die Risikoprämie", sagte ein Allianz-Sprecher. Die Allianz verdiene bei hohen und niedrigen Preisen Geld.

Die Deutsche Bank hatte sich trotz vehementer Kritik von Verbraucherschützern entschieden, weiter mit Nahrungsmittel-Spekulationen Geld verdienen zu wollen. Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen erklärte auf der Grünen Woche in Berlin, Untersuchungen hätten kaum stichhaltige Belege für einen Zusammenhang dieser Geschäfte mit dem Hunger in der Welt erbracht - im Gegenteil.

"Deshalb hat die Deutsche Bank entschieden, dass sie im Interesse ihrer Kunden weiterhin Finanzinstrumente auf Agrarprodukte anbieten wird", sagte er. Die Bank hatte die Folgen seit knapp einem Jahr geprüft und den Verkauf von Anlageprodukten auf Grundnahrungsmittel so lange gestoppt.

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