Der Allianz-Konzern wagt sich auf den japanischen Markt für Altersvorsorgeprodukte. „Wir bieten zunächst nur ein Produkt an, sehen aber sehr großes Potenzial gerade für Lebensversicherungen“, sagte Uwe Michel, Chef der Allianz Life Japan, am Mittwoch in Tokio. Vertriebspartner sei das Geldanlagehaus Nikko Cordial, das erst im Januar von der US-Großbank Citigroup geschluckt wurde.
TOKIO. Für den Markteintritt bietet die Allianz
eine fondsgebundene Rentenversicherung mit Garantie an - dieses Feld ist in Japan noch vergleichsweise unbeackert. Doch der Markt für fondsbasierte Rentenprodukte ist in den vergangenen Jahren am schnellsten gewachsen. Der Verkauf in den über hundert Nikko-Filialen beginnt am 1. April.
Derzeit gehen in Japan besonders viele Leute in Rente. Einer großen Zahl auch jüngerer Japaner wird daher bewusst, dass sie fürs Alter vorsorgen muss. Bereits jetzt sammeln Japans private Rentenversicherer Prämien von 230 Mrd. Euro jährlich ein. Der Vergleichswert für Deutschland liegt bei 60 Mrd. Euro und der für die USA bei 340 Mrd. Euro. Dies geht aus dem maßgeblichen Branchenreport der Swiss Re
hervor.
Nach Daten der japanischen Zentralbank läuft der Trend dabei weiter vom reinen Sparen hin zu Anlageprodukten, die bisher nur die Hälfte der Investmentsumme ausmachen. Hier wiederum sind nach schlechten Erfahrungen mit dem Aktienmarkt Papiere gefragt, die trotz Renditechancen das Risiko in Grenzen halten.
Auch die Senioren selbst sind noch ein großer Markt. Daten des Innenministeriums zufolge hat mehr als ein Drittel der über 65-Jährigen über 150 000 Euro auf der hohen Kante liegen und verfügt außerdem über Rentenansprüche. Dieses Geld liegt oft praktisch zinslos auf dem Sparbuch.
Die Allianz Life Japan mit nur 79 Mitarbeitern steht noch ganz am Anfang der Markterschließung. Andere ausländische Spieler tummeln sich schon länger auf dem zweitgrößten Geldanlagemarkt der Welt. So ist die französische Axa
seit 1994 mit einer Lebensversicherungstochter in Japan.
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