Alternativ-Investments: Deutsche Bank lobt Hedge-Fonds

Alternativ-Investments
Deutsche Bank lobt Hedge-Fonds

Deutschland sollte die „alte Welt der Kapitalanlage“ rasch vergessen und sich umgehend in Richtung einer modernen Finanzwelt orientieren, sagt Klaus Martini, Global Chief Investment Officer der Deutschen Bank. Alternativ-Investments wie Hedge-Fonds müssten daher in der Asset Allocation – der Aufteilung des Vermögens – in Zukunft eine wesentlich größere Rolle spielen als derzeit. Ein Zeichen will die Bank nun selbst setzen.

FRANKFURT. Die Deutsche Bank will ihren Kunden verstärkt Investmentmöglichkeiten in Hedge-Fonds offerieren. Die Stiftungsfonds führender amerikanischer Universitäten sieht Klaus Martini in einer Vorreiterrolle. So habe der Yale-Stiftungsfonds den Anteil alternativer Kapitalanlagen und Immobilien in seinen Portfolios von rund zehn Prozent im Jahr 1985 auf zuletzt etwa 35 Prozent aufgestockt. Durch die aktive Beimischung von Alternativ-Investments sei es den Anlageexperten der Universitäten Yale und Harvard gelungen, während der vergangenen zehn Jahre eine durchschnittliche Rendite von 17,18 bzw. 15,23 Prozent pro Jahr zu erreichen. Zum Vergleich: Der amerikanische S&P500-Aktienindex brachte über diese Zeitspanne hinweg ein Anlageergebnis von gerade einmal 8,32 Prozent jährlich, während mit Staatsanleihen 7,14 Prozent p.a. zu erzielen waren.

Besonders bemerkenswert ist, dass Hedge-Fonds solche Resultate mit einem gegenüber Aktieninvestments deutlich niedrigeren Risiko erzielten, sagte Martini. Man müsse begreifen, dass Hedge-Fonds gerade in schwierigen Marktphasen zum realen Erhalt des eingesetzten Kapitals beitrügen. Dies werde vor allem durch die Vielzahl der unterschiedlichen Anlagestrategien erreicht, die Hedge-Fonds-Manager verfolgen.

Betrachte man die internationalen Finanzmärkte als eine Einheit, so sei festzustellen, dass das von Hedge-Fonds verwaltete Volumen nicht einmal ein Prozent der an den Aktien-, Anleihe-, Devisen und Rohstoffmärkten existierenden Kapitalisierung ausmache.

Eine wichtige Aufgabe sehen die Experten der Deutsche Bank darin, das schlechte Image dieser Anlageklasse aufzupolieren. Im Gegensatz zur allgemeinen öffentlichen Meinung seien Hedge-Fonds nicht riskant. In den vergangenen zehn Jahren hätten im Durchschnitt lediglich 0,3 Prozent der weltweit existierenden Hedge-Fonds schließen müssen. Und bei den wenigen Fälle hätten eher organisatorische Mängel als die schlechte Wertentwicklung den Ausschlag gegeben.

Darüber hinaus seien sie auch nicht illiquide und nicht teuer, wie von Kritikern fälschlicherweise immer wieder betont werde, sagt Martin Keller von der Deutsche Bank. Er und Andreas Benz, Vorstandschef der schweizerischen Eucalyptus Invest AG, gehen davon aus, dass private wie auch institutionelle Investoren in den nächsten Jahren immer mehr Interesse an Hedge-Fonds zeigen werden; Eucalyptus ist auf Beratung im Bereich alternativer Anlagen spezialisiert. Die Experten beobachten zudem, dass die Grenze zwischen traditionellen Kapitalanlagegesellschaften und Hedge-Fonds in den nächsten Jahren immer stärker verwische. Dies gelte auch für die beiden Anlageklassen Hedge-Fonds und Private Equity, deren Strategien sich nach Beobachtungen von Keller mehr und mehr überlappen. In Zukunft dürften Hedge-Fonds auch mit Banken konkurrieren, indem sie zum Beispiel in die Bereiche Direktkredit und notleidende Kredite einstiegen, sagt Keller.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%