Anlegerbetrug: Credit Suisse droht Milliardenstrafe

Anlegerbetrug
Credit Suisse droht Milliardenstrafe

Im Prozess um Anlegerbetrug durch den US-Finanzdienstleister National Century könnten auf die beteiligte Credit Suisse Schadenersatzzahlungen in Milliardenhöhe zukommen. Für die Kläger ist das Urteil ein Etappenerfolg.
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New YorkDer Prozess um milliardenschweren Anlegerbetrug durch einen US-Finanzdienstleister könnte die Credit Suisse sehr teuer zu stehen kommen. Laut einer Entscheidung an einem US-Bezirksgericht kann die mitangeklagte Schweizer Großbank für die Täuschungsvergehen der bereits vor gut zehn Jahren pleitegegangenen National Century Financial Enterprises komplett zur Verantwortung gezogen werden. Dies sei dann der Fall, wenn die Geschworenen zu dem Schluss kommen sollten, dass National-Gründer Lance Poulsen und das Geldhaus die Verluste der klagenden National-Anleihegläubiger gemeinsam verursachten. In einer früheren Anhörung hatte der Richter laut Protokoll die Ansprüche der geschädigten Anleger auf fast zwei Milliarden Dollar beziffert.

Für die Kläger ist das Urteil ein Etappenerfolg. Zu ihnen zählen neben der Allianz-Tochter Pimco der Bundesstaat Arizona, Alliance Bernstein Holding, Lloyds TSB Bank sowie MetLife. „Credit Suisse und Herr Poulsen sind die letzten verbliebenen Angeklagten in diesem sehr schwerwiegenden Verfahren, und wir sind zuversichtlich, dass sich unsere Mandanten durchsetzen werden“, sagte Anwältin Kathy Patrick, die einige der Anleihegläubiger vertritt.

Ein Credit-Suisse-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Ein Prozesstermin ist für den 1. April angesetzt. Der 69-jährige Poulsen verbüßt eine 30-jährige Haftstrafe und gilt als insolvent. Credit Suisse hatte Schuldtitel von National Century an den Kapitalmarkt gebracht, mit denen Anleger um Milliarden geprellt wurden. Die Anleihegläubiger werfen der Bank vor, sie hätte von dem Betrug wissen können und habe in den Emissionsdokumenten nicht auf die Geschäftspraxis von National Century hingewiesen.

Das Unternehmen bot Finanzierungsleistungen für die Gesundheitsbranche an und ging im November 2002 in die Pleite. Das US-Justizministerium warf dem Management vor, bei Investoren eingesammelte Gelder missbraucht und sich selbst bereichert zu haben. Der Schaden wurde auf 2,9 Milliarden Dollar geschätzt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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