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11.02.2008 
Mittelbrandenburgische Sparkasse wagt Einstieg ins Private Banking

Anspruchsvolles Geschäft

von Frank M. Drost

Ein exklusiver Rahmen bedingt eine exklusive Adresse. Die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) ist eine der größten und erfolgreichsten Sparkassen Deutschlands. Jetzt wagt das Institut den Einstieg in das so genannte Private-Banking. Immer mehr Sparkassen in Deutschland entdecken eine neue Klientel: die vermögenden Privatkunden.

BERLIN. Wer durch die Potsdamer Altstadt streift, könnte auf eine Gründerzeitvilla in der Berliner Straße aufmerksam werden. In dem repräsentativen Gebäude mit Seezugang hat die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) seit wenigen Monaten ihre Private-Banking-Aktivitäten konzentriert, also das Geschäft mit vermögenden Privatkunden.

Die Villa liegt fern von der Institutszentrale, einem nüchternen Komplex in einer Plattenhaus-Siedlung. "Ich muss Private-Banking-Kunden einen exklusiven Rahmen bieten", begründet MBS-Vorstandsvorsitzende Walter Schubert die exklusive Adresse. Klassische Insignien wie das rote Sparkassen-S sucht man hier vergeblich.

Schubert hat die MBS mit einer Bilanzsumme von acht Mrd. Euro zu einer der größten und erfolgreichsten Sparkassen in Deutschland geformt. Jetzt wagt das Institut auch den Einstieg in das Private-Banking-Geschäft. Vermögende Privatkunden erfragen in der Regel keine Kredit-Die oder Versicherungsangebote, sondern haben Beratungsbedarf bei der Verwaltung ihres Vermögens. Dabei geht es um steueroptimierte und renditestarke Anlagen, um das Immobilien- und Nachlassmanagement und auch schon mal um den Kauf von Kunstwerken.

"Auslöser für unseren Einstieg waren recht gute Erfolge bei der Beratung eines institutionellen Vermögens in dreistelliger Millionenhöhe", sagt Schubert. Dieses Know-how könne die Sparkasse auch für andere Kunden nutzen, die nicht unbedingt allein im Verbreitungsgebiet der Sparkasse wohnen müssen. Derzeit betreut die MBS ein Vermögen von 1,5 Mrd. Euro, das sich auf 730 Kunden verteilt. Bei weiteren 500 Kunden wird derzeit die Bereitschaft für eine intensivere Betreuung getestet. In drei Jahren soll sich das betreute Vermögen auf 4,5 Mrd. Euro verdreifachen. Dennoch rechnet Schubert nicht damit, dass das Private Banking mit seinen Provisionserträgen die starke Abhängigkeit seines Hauses vom Zinsergebnis "strukturell verringern" wird.

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) schätzt, dass rund ein Drittel der gut 460 Sparkassen Private-Banking-Dienstleistungen anbietet. Der Marktanteil der Sparkassen in diesem Bereich wird unter Verweis auf verschiedene Unternehmensberatungen auf zehn bis 20 Prozent beziffert. Diese Zahl hält der Frankfurter Unternehmensberater Christoph Papke jedoch für überhöht. "Bei Private Banking-Kunden ab einem liquiden Vermögen von mindestens 500 000 Euro liegt der Anteil der Sparkassen bei etwa einem Prozent", glaubt Papke, der Sparkassen im Private Banking berät.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Für wen Private Banking sinnvoll ist.

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