Übernahmespekulationen haben die Aktien von Comdirect am Montag im vorbörslichen Geschäft um 25 Prozent nach oben getrieben. „Angeblich ist ein in Dubai ansässiger Investor an Comdirect interessiert“, sagte ein Händler.
Für die Comdirect will der Arabic Finance Circle angeblich bis zu 14 Euro pro Aktie bieten.
HB FRANKFURT. Ein anderer Börsianer verwies darauf, dass der Investmentfonds Arabic Finance Circle (AFC) bis zu 14 Euro je Aktie für den Online-Broker zahlen wolle. Ein Sprecher der Commerzbank, die rund 80 Prozent an Comdirect hält, sagte, das Bankhaus habe bis Freitagabend kein Angebot für Comdirect erhalten. Bisher habe es keinen Kontakt zu AFC gegeben.
Unklar ist, wer hinter dem AFC steckt. Ein angeblich in Wien ansässiger Sprecher des Fonds war nicht zu erreichen. Die betreuende PR-Agentur konnte keine Angaben über den Manager oder die Größe des Fonds machen.
Derzeit kaufen sich einige arabische Fonds in europäische Konzerne ein. So ist ein Fonds aus Dubai mit 2,2 Prozent der drittgrößte Aktionär der Deutschen Bank. Bislang kauften sich arabische Investoren aber in europäische Unternehmen ein, ohne dies vorher per Pressemitteilung anzukündigen.
Der in Deutschland bislang unbekannte Arabic Finance Circle (AFC) mit Sitz in Dubai wolle bis zu 20 Prozent an der Münchener Rück kaufen und dabei maximal 145 Euro pro Aktie zahlen, hatte die „Süddeutsche Zeitung“ in ihrer Samstagsausgabe gemeldet. Am Freitag war die Aktie des Rückversicherers noch mit 125,95 Euro aus dem Handel gegangen. Eine Sprecherin der Münchener Rück sagte der Zeitung, nach einem ersten telefonischen Kontakt würden Gespräche mit dem AFC geführt.
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Das Dax-Unternehmen will seit Jahren den Anteil ausländischer Investoren vergrößern. Seit Monaten gibt es Spekulationen um eine mögliche Zerschlagung des Unternehmens durch Hedge-Fonds. Für dieses Jahr peilt die Münchener Rück einen Rekordgewinn von 3,5 bis 3,8 Milliarden Euro an. Die Gruppe privater Investoren, die der Fonds vertritt, wolle selbst nicht in Erscheinung treten, hieß es.
Für die Comdirect will die AFC bis zu 14 Euro pro Aktie bieten. Am Freitag schloss die Aktie im Kleinwerte-Index SDax bei 7,99 Euro. Der Bank zufolge nahm der AFC bislang weder zu ihr noch zum Großaktionär Commerzbank Kontakt auf. Auch an der Wiener A-Tec Industries sei die AFC interessiert. Auch da bestätigte ein Sprecher der Zeitung einen ersten Kontakt.
Das Wiener Wirtschaftsblatt berichtete, die im AFC zusammengeschlossenen anonymen Investoren würden in Wien vom Kupferhändler Saeed Sharif vertreten. Der Fonds wolle "bis zu 210 Euro" für eine A-Tec-Aktie bieten, wobei der massive Kursverlust der letzten Tage wohl noch nicht berücksichtigt worden sei. Der "Arabic Finance Circle" verfolge "keine strategische Interessen" und sehe eventuelle Akquisitionen als "reine Finanzinvestments". Bis Jahresende seien weitere Ankäufe im Dax angepeilt. Mittelfristig wolle man im deutschsprachigen Raum Akquisitionen in der Höhe von 20 Milliarden Euro tätigen. Entscheidungen über Käufe würden "im Rahmen von Investorenversammlungen einstimmig beschlossen".

