06.07.2005

Nach Konzernumbau: Arag kündigt klagefreudigen Kunden

Der Versicherungskonzern Arag hat 2004 nach einem tief greifenden Unternehmensumbau und deutlichen Einsparungen einen Gewinnsprung erzielt.

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HB DÜSSELDORF. Der Konzernüberschuss wurde gegenüber dem Vorjahr auf knapp 13 Millionen Euro mehr als vervierfacht, teilte die Arag am Mittwoch in Düsseldorf mit. Das Prämien- und Umsatzvolumen stieg leicht auf 1,35 Milliarden Euro. In den vergangenen beiden Jahren seien alle kundennahen Geschäftsprozesse neu gestaltet worden.

Seit Ende 2002 wurden im Inland knapp 560 Arbeitsplätze abgebaut.

Der Rechtsschutzversicherer Arag hat seit dem vergangenen Jahr rund 60.000 besonders klagefreudigen Kunden gekündigt, um Anwalts- und Prozesskosten zu sparen. Diese Einsparungen trugen dazu bei, dass der weltweit drittgrößte Rechtsschutzversichererer nach der Allianz und der DAS seinen Überschuss 2004 vervierfachen konnte.

Vorstandsmitglied Jan-Peter Horst sagte am Mittwoch in Düsseldorf, die Überprüfung von Rechtsschutzkunden, die besonders häufig Versicherungsleistungen in Anspruch nehmen, habe bislang zur Kündigung von 60.000 Verträgen geführt. Jede 25. Kundenbeziehung sei überprüft worden. Angepeilt sind 80.000 Kündigungen.

Vorstandschef Paul-Otto Faßbender übte Kritik am Entwurf für das neue Rechtsdienstleistungsgesetz. Es sei nicht akzeptabel, dass der Entwurf den Versicherern die Rechtsberatung untersage, während dies Banken bei ihren Kunden gestattet sein soll.

Im laufenden Jahr will die Arag die 2003 begonnene Restrukturierung fortsetzen und weitere 50 Millionen Euro einsparen. Wegen des neuen Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes erwartet die Arag im heimischen Rechtsschutz allerdings eine Kostenlawine. Wegen der schwachen Konjunktur und einer hohen Marktsättigung sei im Inland nur mit geringen Wachstumsimpulsen zu rechnen. 43 Prozent aller deutschen Haushalte hätten bereits eine Rechtsschutzversicherung.

Deutlichere Impulse erwartet die Gruppe weiterhin von ihrer Auslandsexpansion und in der Krankenversicherungssparte. In Spanien und Italien sieht sich die Arag als Marktführer. In Deutschland sank ihr Marktanteil 2004 dagegen auf 11,7 Prozent von 12,5 Prozent im Vorjahr.

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