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03.01.2009 
Dresdner-Übernahme

Arbeitnehmer lassen Blessing nicht in den Vorstand

Eigentlich wollte Commerzbank-Chef Martin Blessing auch in den Vorstand der übernommenen Dresdner Bank rücken. Doch die Arbeitnehmervertreter im Dresdner-Aufsichtsrat stellten sich im ersten Anlauf dagegen.

HB FRANKFURT. Auch zwei weiteren Managern des neuen Eigentümers verweigerten die Vertreter der Mitarbeiter den Einzug in das Führungsgremium der bisherigen Allianz-Tochter. "Es wurde kein Beschluss gefasst", bestätigte ein Sprecher der Commerzbank einen Vorabbericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" am Samstag. Nun solle zunächst ein Vermittlungsausschuss neue Vorschläge für die Vorstandswahl erarbeiten. Dann muss das Gremium in vier Wochen erneut zusammentreten. Allianz-Vorstandschef Michael Diekmann hätte dabei die Möglichkeit, als Aufsichtsratschef die Arbeitnehmerbank mit seinem doppelten Stimmrecht zu überstimmen.

Mit Blessings Wahl wollte die Commerzbank die Integration beschleunigen. Die Übernahme der Dresdner Bank soll im Januar vollzogen werden. Der "Spiegel" berichtete, die Stimmung in den Gremien, die die Eingliederung vorbereiten sollen, habe sich deutlich verschlechtert. Die Mitarbeiter der Dresdner Bank fühlten sich mit ihren Vorschlägen vielfach übergangen und empfänden die Fusion zunehmend als feindliche Übernahme. Außerdem soll es Probleme bei der Überführung der Arbeitsverträge geben. So sollten Dresdner-Bank-Mitarbeiter in der Commerzbank wie Neueingestellte eingestuft werden. Dies bringe unter anderem starke Nachteile bei der Altersversorgung.

In den Vorstand der "neuen" Commerzbank zieht nach dem Rückzug des bisherigen Vorstandschefs Herbert Walter kein Dresdner-Manager ein. Auf den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands sind die bisherigen Commerzbank-Beschäftigten ebenfalls deutlich in der Überzahl.

In Kreisen der beiden Banken wurde die Ablehnung Blessings als taktisches Geplänkel in den anstehenden Verhandlungen über den Sozialplan gewertet. Die Commerzbank hat im Zuge der Fusion den Abbau von 9 000 Arbeitsplätzen angekündigt. Sprecher beider Banken wollten keine Stellung zu den Vorgängen im Dresdner-Aufsichtsrat nehmen. "Gremienbeschlüsse kommentieren wir nicht", sagten sie.

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