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25.07.2008 

Angesichts dieser Gemengelage fürchtet Oliver Wyman, dass Konsumkredite das nächste Milliardengrab für britische Banken werden könnten. Nach Schätzungen der Berater kommen auf die Geldhäuser auf der Insel bis 2010 noch einmal Abschreibungen von mehr als 15 Mrd. Pfund zu. Das wären 44 Prozent mehr als im Jahr 2007. Die Hypothekenverluste würden sich mehr als verzehnfachen, heißt es.

Inzwischen geht in der Londoner City sogar die Furcht um, dass sich die Konjunkturschwäche in der Realwirtschaft und die Finanzkrise gegenseitig verstärken und die Banken in einen Teufelskreislauf geraten. Je schlechter es der Wirtschaft und dem Immobilienmarkt geht, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass die Ratingagenturen die Bonitätsnoten der Banken herabsetzen. Je schlechter aber die Ratings ausfallen, desto teurer wird für die Geldhäuser die Refinanzierung und desto weniger Kredite und Hypotheken können sie vergeben. Diese Zurückhaltung, die sich bereits in den Statistiken niederschlägt, dämpft wiederum die Konjunktur und verschärft den Abschwung weiter.

Die kritische Lage spiegelt sich seit Monaten in den Aktienkursen der britischen Banken wieder. Seit der Northern Rock-Krise haben die Geldhäuser an der Börse 32,6 Prozent an Wert verloren.

Wie skeptisch die Investoren die Branche sehen, zeigen die massiven Probleme, die britische Institute bei der Beschaffung von dringend benötigtem frischen Kapital haben. Royal Bank of Scotland bekam seine zwölf Mrd. Pfund schwere Kapitalerhöhung noch durch - mit Mühe. An der Emission der Hypothekenbank HBOS beteiligte sich wenige Wochen später aber nicht einmal jeder zehnte Aktionär. Die drittgrößte Bank des Landes Barclays, kämpfte bei ihrer Kapitalerhöhung mit ähnlichen Problemen. Nur 19 Prozent der neuen Aktien wurden gezeichnet. Auch die angeschlagene Hypothekenbank Bradford & Bingley versucht, frisches Geld zu beschaffen. Es ist bereits der dritte Anlauf, die ersten beiden scheiterten an einer Gewinnwarnung und dem Rückzug eines Großinvestors.

Inzwischen fürchten Analysten, dass Banken, die neues Kapital brauchen, vor verschlossenen Türen stehen könnten. "Die Botschaft der Investoren ist klar: Derzeit wollen wir keine Bankaktien", sagt Julian Chillingworth vom Vermögensverwalter Rathbone Brothers.

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