Er sei keine "Wunderwaffe", warnte Klaus Müller-Peter im Mai 2001, wenige Tage nach seinem Antritt als Commerzbank
-Chef. Heute, sieben Jahre später, dürfte das mancher Konkurrent anders sehen. Während Dresdner Bank und HVB von Allianz und Unicredit geschluckt wurden, können sich die "Gelben" nach wie vor ihrer Unabhängigkeit erfreuen. Mehr noch.
FRANKFURT. Der quirlige Oberstleutnant der Reserve mit dem spitzbübischen Grinsen hat die Commerzbank
von der ehemals kleinsten Großbank zur Nummer zwei des Landes hinter der Deutschen Bank gemacht. Zwischendurch verhinderte "KPM", wie Müller intern genannt wird, noch die Pleite.
Doch trotz eines Rekordgewinns im vergangenen Jahr hinterlässt der 63-Jährige, der heute an die Spitze des Aufsichtsrats wechselt, seinem Nachfolger Martin Blessing eine Mammutaufgabe. Die Bank ist nach wie vor zu klein.
Als Müller antritt, geht es ums nackte Überleben. "Warum soll ich auf die Commerzbank
setzen, wenn ich für jedes Geschäftsfeld bessere Anlagemöglichkeiten finde?" lässt sich damals ein Analyst zitieren. Die Bank drücken hohe Kosten, ein überdimensioniertes Investment-Banking sowie hohe Wertberichtigungen nach der geplatzten Internet-Blase. 2003 muss Müller einen Verlust von gut 2,3 Mrd. Euro verkünden. Nach anfänglichem Zögern greift er durch, streicht mehr als 7000 Stellen und schließt weite Teile des Investment-Bankings.
Nicht mehr alles soll die Commerzbank
noch können - dafür das, was sie macht, besser. Während die Deutsche Bank immer internationaler wird, legt Müller ein klares Bekenntnis zum Heimatmarkt ab. Die geschickte Positionierung als Deutschlands Mittelstandsbank zahlt sich aus. Heute ist dieses Geschäftsfeld, das Blessing verantwortete, Hauptertragsbringer im Konzern - und die Commerzbank
zumindest "Marktführer der Herzen", wie in der Branche geunkt wird.
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wie kaum ein anderer

