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07.11.2007 
Beiträge stagnieren

Aufschwung geht an Versicherungen vorbei

Die Versicherer klagen, dass der Aufschwung bei Ihnen nicht ankommt. Die Beiträge werden 2007 kaum wachsen, teilte der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft mit. Sowohl die Folgen des Orkans als auch der harte Wettbewerb der Kfz-Versicherer mache der Branche zu schaffen.

HB BERLIN. Das Beitragsaufkommen werde in diesem Jahr um höchstens 0,2 (Vorjahr: 2,4) Prozent auf 162,1 Milliarden Euro wachsen, sagte der Präsident des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft (GDV), Bernhard Schareck, am Mittwoch in Berlin. 2008 rechnet der Verband wieder mit einem Plus von 1,5 Prozent. Dann soll vor allem die letzte Stufe der Riester-Rente den Versicherern höhere Beiträge einbringen.

Das Geschäft mit Lebensversicherungen werde in diesem Jahr stabil bleiben, das Aufkommen der Schadenversicherung sei leicht rückläufig, teilte der Verband mit. Nur die private Krankenversicherung verzeichne mit einem Plus von 2,5 Prozent ein Prämienwachstum.

Die Schadenversicherer haben vor allem mit den Folgen des Wintersturms Kyrill zu kämpfen. Der Orkan hat Schareck zufolge tiefe Spuren in den Bilanzen hinterlassen. 2,4 Milliarden Euro haben die Gesellschaften danach für 2,4 Millionen Sturmschäden gezahlt. Im eigentlichen Versicherungsgeschäft werden die Unternehmen der Branche deshalb 2007 nur noch 0,7 Milliarden Euro verdienen - nach 4,6 Milliarden im Vorjahr.

Der Wettbewerb in der Kfz-Versicherung halte an, weil neue Anbieter auf den Markt drängten und damit Druck auf die Prämien ausüben. Das Beitragsvolumen in der Autosparte reduziert sich nach Verbandsschätzung in diesem Jahr um rund zwei Prozent auf 20,8 Milliarden Euro. „Es wird aber nicht weiter nach unten gehen“, beruhigte der GDV-Chef.

In der Lebensversicherung werden die Beitragseinnahmen dem Verband zufolge mit 78,1 Milliarden Euro knapp unter dem Niveau des Vorjahres bleiben. Die Zahl der Neuverträge verminderte sich um 100.000 auf 7,9 Millionen. Vor allem Riester-Policen bestimmen das Geschäft. In diesem Jahr geht die Branche von 2,4 Millionen Neuverträgen für die geförderte Altersrente aus. Die klassische Kapitallebensversicherung verlor weiter an Bedeutung.

Die GDV-Mitgliedsunternehmen sehen sich nicht direkt von der Hypothekenkrise in den USA betroffen. Derzeit gebe es eher mittelbare Auswirkungen, etwa durch sinkende Kurse bei Aktien von Banken in den Portfolios der Versicherer oder durch höhere Kursdifferenzen am Anleihemarkt. „Allerdings verfolgen wir die Entwicklung mit Sorge“, sagte Schareck. In den betroffenen Marktsegmenten hätten die Versicherungen zwar weniger als zwei Prozent ihres Anlagekapitals untergebracht, doch sei dies auch keine geringe Summe.

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