Deutsche Bank denkt angeblich an radikaleren Stellenabbau

Aufsichtsrat tagt Ende Oktober
Deutsche Bank denkt angeblich an radikaleren Stellenabbau

Beim Treffen mit dem Betriebsrat offenbarte Marcus Schenk, Finanzchef der Deutschen Bank, angeblich bisher unbekannte Gedankenspiele: Demnach müsste die Zahl der Stellen, die gestrichen werden sollen, verdoppelt werden.

FrankfurtDie Führung der Deutschen Bank macht sich offenbar Gedanken über weitere Einschnitte in der Belegschaft. Finanzchef Marcus Schenck habe bei einem Treffen mit Betriebsräten im September gesagt, eigentlich müssten im Konzern weitere 10.000 Stellen gestrichen werden, um die Kosten nachhaltig zu senken, sagte eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Dies sei aber eher ein Gedankenspiel gewesen. Konkrete Pläne, den bereits laufenden Personalabbau zu verschärfen, gebe es im Moment noch nicht.

„Schenck hat sich auch nicht dazu geäußert, welche Geschäftsbereiche er im Blick hat.“ Auch im Aufsichtsrat war ein beschleunigter Abbau bislang noch kein Thema, wie ein anderer Insider erklärte. Das Gremium kommt das nächste Mal Ende Oktober zusammen, wenn auch die - wahrscheinlich abermals roten - Quartalszahlen erwartet werden. Die Deutsche Bank wollte die Informationen nicht kommentieren.

Schencks Überlegungen passen ins Bild: Denn Finanzkreisen zufolge ist Vorstandschef John Cryan zunehmend unzufrieden damit, dass die Sanierung von Deutschlands größtem Geldhaus viel länger dauert als gedacht und die bisherigen Erfolge überschaubar sind - von den weiter schwelenden Rechtsstreitigkeiten ganz zu schweigen. Auch einige große Investoren der Bank werden ungeduldig. Der Aktienkurs markierte unlängst ein Rekordtief von 9,90 Euro, zum Wochenausklang notierte das Papier allerdings gut drei Prozent im Plus.

Der Aufsichtsrat stellt sich schon darauf ein, dass das Strategiethema bald neu diskutiert werde, berichtete ein anderer Insider in dieser Woche. Dabei gehe es aber nicht um einen Radikalschwenk, sondern um Nachjustierungen - etwa um einen beschleunigten Abbau von Bilanzrisiken und Geschäften, mit denen die Bank kein Geld verdient. Hier stünden vor allem einzelne Handelssparten im Investmentbanking im Fokus.

Ein anderer Insider berichtete nun, es gehe nicht nur um Einschnitte im Handel. „Die Bank schaut sich derzeit sehr genau alle Länder an, in denen sie vertreten ist - ob sich das Geschäft dort wirklich noch lohnt.“ Einige Investoren bringen zum Beispiel immer wieder die Frage auf, ob sich die Deutsche Bank ihr Privatkundengeschäft im europäischen Ausland, etwa Italien, noch leisten sollte.

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Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden

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