Ausgliederung von Sparten: Deutsche Börse soll offenbar zur Holding werden

Ausgliederung von Sparten
Deutsche Börse soll offenbar zur Holding werden

Die Deutsche Börse plant Aufsichtsratskreisen zufolge eine Umstrukturierung der Konzerngruppe in eine Holding mit mehreren separaten Tochterunternehmen.

dpa-afx FRANKFURT. Ziel sei vor allem die rechtliche Ausgliederung der Abwicklungssparte Clearstream, die ein erstklassiges Kreditrating benötige, hieß es aus dem Aufsichtsrat gegenüber der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Dienstag.

Dadurch würde Kapital freigesetzt, dass über Aktienrückkäufe und Dividenden an die Aktionäre des Marktbetreibers ausgeschüttet werden könne. Laut Analyst Heiko Frantzen von Sal. Oppenheim könnten dadurch bis zu 1,5 Mrd. Euro an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Die Deutsche Börse war am Dienstag für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Die Aktie der Deutschen Börse, die am Morgen nach der Niederlage vor dem Oberlandesgericht im Streit über Dax-Lizengebühren bis auf 155,40 Euro gefallen war, erholte sich bis zur Mittagszeit wieder. Zuletzt gewann sie im freundlichen Gesamtmarkt 0,25 Prozent auf 157,85 Euro.

Vorstandschef Reto Francioni habe am Montag während der außerordentlichen Gremiumssitzung die Pläne für ein solche rechtliche Umwandlung vorgestellt, hieß es in den Kreisen. Mit Hilfe eines Beraterunternehmens solle dabei ausgearbeitet werden, wie die Deutsche Börse noch Kunden bezogener aufgestellt werden könne.

"Die rechtliche Ausgliederung von Clearstream dürfte sich allerdings kompliziert gestalten. Daher denke ich nicht, dass dies auf der diesjährigen Hauptversammlung im Mai bereits zur Entscheidung kommt", sagte das Mitglied. Der Aufsichtsrat sei zudem nicht um eine Stellungnahme gebeten worden. "Ich sehe das als zweischneidiges Schwert, denn so nimmt man sich die Möglichkeit für strategische Investitionen, denn einem armen Mann kann man nicht mehr in die Taschen greifen", sagte er.

Einstimmig vom Aufsichtsrat befürwortet wurde nach Aussagen des Gremium-Mitglieds der Einstieg der Deutschen Börse in den indischen Markt. Die Frankfurter wollen sich mit fünf Prozent an der zweitgrößten indischen Börse, der Bombay Stock Exchange (BSE) einkaufen. Die BSE will im Mai an die Börse gehen und dabei einen Anteil von 25 Prozent bei strategischen Investoren platzieren. Die maximal mögliche Beteiligung der Einzelinvestoren dürfte dabei nur bei fünf Prozent liegen. "Spätestens innerhalb der nächsten acht Tage dürfte sich die Deutsche Börse dazu wohl öffentliche äußern", sagte das Mitglied.

Interessiert an Beteiligungen sind neben den Frankfurtern auch die Nasdaq und die London Stock Exchange (LSE) sowie die Singapore Stock Exchange (SGX). Presseberichten zufolge hat die BSE Angebote erhalten, die sie mit rund 600 bis 800 Mill. Dollar bewerten. Nach Einschätzung des Equinet-Analysten Roland Pfänder ist der Einstieg ein "kleiner Schritt auf dem richtigen Weg".

Wie am Montag ebenfalls bekannt wurde, plant die Deutsche Börse auch eine Kooperation mit dem Indexanbieter China Securities Index (CSI). Ziel sei es, sich gegenseitig beim Vertrieb existierender Indizes zu unterstützen und gemeinsam neue Indexprodukte zu entwickeln, hieß es seitens der Börse.

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