Frankreichs größte Bank, Crédit Agricole, will bis 2008 rund fünf Mrd. Euro für Zukäufe im Ausland ausgeben.
PARIS. Das Institut kündigte gestern an, dass es durch Übernahmen seine Abhängigkeit vom Heimatmarkt Frankreich abschwächen und neue Wachstumschancen realisieren wolle. „Wir streben pro Jahr ein Umsatzwachstum von zehn Prozent an, das setzt externes Wachstum voraus“, sagte Generaldirektor Georges Pauget. Ferner soll der Gewinn je Aktie um zehn Prozent pro Jahr steigen. Nach dem Börsengang des Zentralinstitut der genossenschaftlichen Bankengruppe und der Übernahme des Crédit Lyonnais im Jahr 2003 geht Frankreichs Marktführer nun ein neues Projekt an. Zwar ist die Bank inzwischen mit Abstand Marktführer in Frankreich. Doch stammen 65 Prozent des Umsatzes aus dem Heimatmarkt; bis 2008 soll der Auslandsbeitrag zum Umsatz auf 50 Prozent erhöht werden. Laut Pauget will sich die Großbank primär in den Sparten Retail-Banking und Spezialfinanzdienstleistungen wie Konsumentenkredite verstärken. Regional liegt der Fokus auf Zentral- und Osteuropa sowie dem Mittelmeer-Raum. Analysten halten die Wachstumsziele für realistisch, Anleger hatten offenbar aber mit mehr gerechnet – die Aktie gab nach. Etwas Skepsis lösten die Übernahmepläne aus: „Es besteht die Sorge, dass Crédit Agricole zu viel bezahlen könnte“, sagt Analyst Peter Thorne von Helvea. Schließlich sind alle europäischen Bankengruppen derzeit in Ost- und Mitteleuropa auf Einkaufstour. So drängeln sich die Bewerber derzeit um die algerische Crédit populaire d’Algerie (CPA).Lesen Sie weiter auf Seite 2: Der Marktführer will seine Stellung in Frankreich verteidigen.

