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13.06.2008  | Aktualisiert 24.06.2008, 12:25 Uhr 
Kfz-Versicherung: Kunden profitiern von Nachlässen

Autoversicherer auf Crashkurs

von Thomas Schmitt

Der erbitterte Preiskampf in der Autoversicherung und steigende Schadenszahlen nehmen für die Versicherungskonzerne ruinöse Züge an. Nach einer internen Prognose des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft wird die Branche in diesem Jahr erstmals seit 2003 wieder rote Zahlen schreiben.

Die Zahl der Schadensfälle an deutschen Autos steigt und macht den Versicherungen schwer zu schaffen. Foto: APLupe

Die Zahl der Schadensfälle an deutschen Autos steigt und macht den Versicherungen schwer zu schaffen. Foto: AP

FRANKFURT. "Das aktuelle Preisniveau tut einigen Marktteilnehmern richtig weh; für alle wird es enger", urteilt Klaus-Jürgen Heitmann, der im Vorstand der Huk-Coburg für die Autosparte zuständig ist. Die Versicherer kämpfen auch dieses Jahr erbittert um jeden Kunden, investieren viel Geld in Werbung und gewähren immer neue Nachlässe. In den vergangenen vier Jahren ist der Markt daher um etwa zehn Prozent geschrumpft - gemessen an den Bruttoprämien. "Rechnet man die Inflation und die gestiegenen Stückzahlen ein, ist der Markt real sogar um knapp 20 Prozent zurückgegangen", sagt Albrecht Kiel, Vorstandschef des relativ jungen Internetversicherers Direct-Line.

In den kommenden Jahren dürften sich die Ertragsprobleme weiter verschärfen, erwarten viele Manager. "Auf absehbare Zeit, vielleicht sogar über 2009 hinaus, wird es im Kfz-Versicherungsmarkt keine Entspannung geben. In diesem Markt wollen zu viele Neulinge nun punkten, weil sie wachsen müssen. Das setzt die etablierten Versicherer unter Zugzwang, auch wenn sie den Preiskampf eigentlich nicht mehr mitmachen möchten", sagt Huk-Vorstand Heitmann.

Ertragsprobleme befürchtet auch die Ratingagentur Fitch. "Die Kfz-Versicherung wird weniger profitabel werden", sagt Tim Ockenga von Fitch, "nicht nur wegen des höheren Wettbewerbs und neuer Konkurrenz, sondern auch aufgrund der schrumpfenden Bevölkerung."

Die Anbieter verschließen die Augen vor solchen Trends. Schon heute bereiten sie die nächste Rabattschlacht vor. Richtig losgehen wird sie im Herbst, weil die Kunden ihre Haftpflicht- und Kaskoverträge bis Ende November kündigen und dann wechseln können. Dieses Geschäft bringt der Branche in einem Quartal die Hälfte ihres Jahresumsatzes.

Manche wie die sehr profitable DEVK verkünden bereits frech, dass sie an ihre Schmerzgrenze gehen würden. Die liegt in diesem Fall sehr hoch und bedeutet starke Verluste - zumindest im reinen Versicherungsgeschäft. Viele in der Branche wundern sich über solche Sprüche, manche steigen auch schon aus. "Wir machen im zu erwartenden Preiskampf nicht alles mit, sondern setzen auf intelligente Tarife", sagt Manfred Florian, Vorstand der Zurich-Versicherungen in Deutschland. Den Rückzug treten sogar Billiganbieter im Internet an. "Wir machen den teilweise ruinösen Wettbewerb nicht mehr mit", sagt Cosmos-Direkt-Vorstandschef Winfried Spies.

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