Durch eine Übernahme der CNP bekäme Axa
auf einen Schlag Zugang zum mit Abstand größten Bank-Vertriebsnetz Frankreichs. Denn die CNP vertreibt ihre Produkte über die Schalter der französischen Sparkassen und der Postbank,
daher sind beide Institute zusammen mit 35 Prozent an der CNP beteiligt. Größter Einzelaktionär ist das staatliche Institut CDC, das knapp 40 Prozent hält.
Am Freitag bekräftigten allerdings alle drei Aktionäre, keinerlei Verkaufsabsichten zu hegen. CDC -Chef Augustin de Romanet erklärte persönlich, dass die CNP -Beteiligung eine "Kernaktivität“ des staatlichen Finanzinstituts darstelle. Ferner seien die Aktionäre über einen Pakt bis zum Jahr 2015 aneinander gebunden.
Die Analysten von Cheuvreux glauben dennoch, dass die CNP -Aktionäre "leicht“ zu einem Verkauf bewegt werden könnten. Die Sparkassen könnten einen Verkaufserlös in der Tat gut gebrauchen, mussten sie doch gerade ihrer Großkunden-Banktochter Natixis bei der Rekapitalisierung des Kreditversicherers CIFG helfen. Dagegen benötigt die staatliche CDC keine Finanzspritze – sie hatte sich im Zuge der Schaffung von Natixis von ihrem Anteil am Sparkassen-Spitzeninstitut CNCE für sieben Mrd. Euro getrennt. Rund drei Mrd. Euro davon stehen der CDC jetzt noch zur Verfügung, hieß es aus CDC -Kreisen. Auch die staatliche Post schätzt die regelmäßigen Dividendeneinnahmen durch die CNP mehr als einen Einmalerlös, heißt es in Paris. Angesichts einer Marktkapitalisierung von rund elf Mrd. Euro könnte Axa
eine Übernahme der CNP wohl nur über eine Kapitalerhöhung und einen Aktientausch stemmen. Nur muss de Castries offenbar noch viel Überzeugungsarbeit leisten, damit ihm die CNP -Aktionäre den Lebensversicherer auch wirklich anvertrauen.

