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22.04.2008 
Private Equity

Axa erwartet Belastungen für Finanzinvestoren

von Holger Alich und Kora-Cora Krause

Die Beteiligungsexpertin Dominique Senequier rechnet auch in der Private-Equity-Branche mit Wertberichtigungen. Denn sowohl über die Börsnkurse als auch über die Ertragslagen bei den Unternehmen wirkt sich die Krise auch auf die Finanzinvestoren aus.

PARIS/FRANKFURT. Im Zuge der Finanzkrise werden auch Private-Equity-Fonds Abschreibungen auf ihre Beteiligungen vornehmen müssen. "Ich erwarte zwar keine massiven Wertkorrekturen, aber es wird Abschreibungen in dem Sektor geben", sagte Dominique Senequier, Chefin von Axa Private Equity, der Beteiligungsgesellschaft des französischen Versicherers Axa.

"Die Folge wird sein, dass einige Fonds ihre Kunden in der Performance enttäuschen werden", sagte die Expertin im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das wiederum würde nach sich ziehen, dass sich einige institutionelle Anleger von ihren Private-Equity-Partnern abwenden und die Mandate neu vergeben. Im eigenen Haus sieht Senequier keine nennenswerten Wertberichtigungen. "Da bin ich gelassen."

Nach den derzeitigen Bilanzregeln können Private-Equity-Gesellschaften ihre Beteiligungen zwölf Monate lang zu Anschaffungskosten in der Bilanz führen. Anschließend haben sie die Wahl: Entweder sie orientieren sich bei der Bewertung der von ihnen gehaltenen Gesellschafen an vergleichbaren börsennotierten Unternehmen. Oder sie bewerten ihre Unternehmen auf Basis der erwarteten Zahlungsströme.

Angesichts des Makro-Umfeldes lassen beide Bewertungsmethode Wertkorrekturen erwarten: Denn zum einen haben die Börsen stark nachgegeben, zum anderen hinterlässt die Finanzkrise bei den Umsatz- und Ertragszahlen der Unternehmen erste Spuren. "Besonders bei Investments, die zur Boomphase 2006/2007 mit einer hohen Kreditlast finanziert wurden, ist die Wahrscheinlichkeit von Abschreibungen höher", sagte Hanns Ostmeier vom Branchenverband BVK. Auch Rolf Wickenkamp, Gründer des Private-Equity-Dachfonds CAM, erwartet Wertverluste, jedoch sieht er keine generelle Krise der Branche.

"Ich glaube, dass es zu gewissen Abschreibungsfällen kommen wird. Besonders, wenn einem konjunkturabhängigen Portfoliounternehmen eine hohe Zinslast auferlegt wurde", so Wickenkamp.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Keine Megdeals vor Sommer 2009?

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