Die Beteiligungsexpertin Dominique Senequier rechnet auch in der Private-Equity-Branche mit Wertberichtigungen. Denn sowohl über die Börsnkurse als auch über die Ertragslagen bei den Unternehmen wirkt sich die Krise auch auf die Finanzinvestoren aus.
PARIS/FRANKFURT. Im Zuge der Finanzkrise werden auch Private-Equity-Fonds Abschreibungen auf ihre Beteiligungen vornehmen müssen. "Ich erwarte zwar keine massiven Wertkorrekturen, aber es wird Abschreibungen in dem Sektor geben", sagte Dominique Senequier, Chefin von Axa Private Equity, der Beteiligungsgesellschaft des französischen Versicherers Axa
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"Die Folge wird sein, dass einige Fonds ihre Kunden in der Performance enttäuschen werden", sagte die Expertin im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das wiederum würde nach sich ziehen, dass sich einige institutionelle Anleger von ihren Private-Equity-Partnern abwenden und die Mandate neu vergeben. Im eigenen Haus sieht Senequier keine nennenswerten Wertberichtigungen. "Da bin ich gelassen."
Nach den derzeitigen Bilanzregeln können Private-Equity-Gesellschaften ihre Beteiligungen zwölf Monate lang zu Anschaffungskosten in der Bilanz führen. Anschließend haben sie die Wahl: Entweder sie orientieren sich bei der Bewertung der von ihnen gehaltenen Gesellschafen an vergleichbaren börsennotierten Unternehmen. Oder sie bewerten ihre Unternehmen auf Basis der erwarteten Zahlungsströme.
Angesichts des Makro-Umfeldes lassen beide Bewertungsmethode Wertkorrekturen erwarten: Denn zum einen haben die Börsen stark nachgegeben, zum anderen hinterlässt die Finanzkrise bei den Umsatz- und Ertragszahlen der Unternehmen erste Spuren. "Besonders bei Investments, die zur Boomphase 2006/2007 mit einer hohen Kreditlast finanziert wurden, ist die Wahrscheinlichkeit von Abschreibungen höher", sagte Hanns Ostmeier vom Branchenverband BVK. Auch Rolf Wickenkamp, Gründer des Private-Equity-Dachfonds CAM, erwartet Wertverluste, jedoch sieht er keine generelle Krise der Branche.
"Ich glaube, dass es zu gewissen Abschreibungsfällen kommen wird. Besonders, wenn einem konjunkturabhängigen Portfoliounternehmen eine hohe Zinslast auferlegt wurde", so Wickenkamp.
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Die Axa
-Managerin rechnet damit, dass die Krise auch das Verhalten der Private-Equity-Branche verändern wird: "Die Player werden sich wieder stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren." So erlitt die Beteiligungsgesellschaft Carlyle Group mit einem börsennotierten Fonds, dem Carlyle Capital Corp., Schiffbruch; der Fonds hatte in Hypothekenkredite investiert.
Um die eigene Diversifikation nicht zu weit zu treiben, ist Axa Private Equity nicht daran interessiert, von Banken Leveraged-buy-out-Kredite zu erwerben. Derzeit versucht die Deutsche Bank ein milliardenschweres Paket am Markt zu platzieren. "Viel wichtiger ist mir der Ausbau des Asiengeschäfts", sagte Senequier. Bis 2010 soll der Anteil asiatischer Assets 15 Prozent des Portfolios ausmachen - das entspräche einer Verdreifachung des aktuellen Anteils.
Axa Private Equity wurde im Jahr 1996 gegründet und ist in der Vergangenheit stark gewachsen. Derzeit verwaltet die Axa
-Tochter 22 Mrd. Dollar, rund vier Mrd. Dollar davon stammen von der Mutter Axa
. 2007 vertrauten internationale Investoren der französischen Beteiligungsgesellschaft sieben Mrd. Dollar an. Dominierend ist das Dachfonds-Geschäft; sprich, Axa
PE legt rund ein Drittel der Gelder in Fonds an, die ihrerseits in Unternehmen investieren.
Die Beteiligungsbranche machte bis zum Ausbruch der Krise mit immer größeren Deals Schlagzeilen. Zu den markanten Transaktionen zählte beispielsweise die Übernahme von Chrysler durch Cerberus für 5,5 Mrd. Euro im Mai 2007 sowie der Kauf der britischen Apothekenkette Alliance Boots für 16 Mrd. Euro durch KKR. "Die Zeit dieser Mega-Deals ist erst einmal vorbei", sagte Senequier, "ich rechne mit keinen Mega-Deals vor Sommer nächsten Jahres."

