Axa Private Equity überprüft sämtliche Investments: Aufgrund der Finanzkrise schließt der Finanzinvestor einen kräftigen Wirtschaftsabschwung nicht aus und will deshalb defensiver agieren. Die Boomzeiten der Private-Equity-Branche haben ein jähes Ende gefunden.
FRANKFURT. „Ich bin wesentlich vorsichtiger geworden“, sagte Stephan Illenberger, Leiter des Deutschlandgeschäfts von Axa Private Equity, dem Handelsblatt. Jede mögliche Beteiligung prüfe der Finanzinvestor folglich auf ihre Fähigkeit, auch eine Rezession zu überstehen. „Alles, was wir jetzt machen, machen wir winterfest“, betonte Illenberger. „Und wir diskutieren das nicht nur einmal, sondern dreimal."
Die Aussagen des Managers machen deutlich, dass die Boomzeiten der Private-Equity-Branche ein jähes Ende gefunden haben. Noch in der ersten Jahreshälfte hatten Fonds in Einzelfällen bei Übernahmen das Zehn- bis Zwölffache des operativen Jahresgewinns (Ebitda) gezahlt – beispielsweise beim Kauf des fränkischen Bootsbauers Bavaria Yacht. Zugleich wurden die Transaktionen immer größer: Den Höhepunkt bildete der 45 Mrd. Dollar schwere Kauf des texanischen Kraftwerkbetreibers TXU durch ein Konsortium um die Private-Equity-Häuser KKR und TPG. Nach Zahlen des Datenanbieters Dealogic wurden alleine in den ersten sieben Monaten des Jahres weltweit Übernahmekredite von insgesamt 120 Mrd. Euro vergeben – mehr als 2006 insgesamt.
Viele dieser Finanzierungen sind auf Kante genäht. Gleitet die Wirtschaft in eine Rezession ab, können Zinsen und Tilgung nicht mehr bedient werden. „Wir werden künftig mehr Unternehmen im Besitz von Private Equity sehen, die in Schwierigkeiten kommen“, prophezeit Illenberger. „Die Renditen werden sinken, und der ein oder andere Fonds wird womöglich Eigenkapital nachschießen müssen.“
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