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24.07.2006 
Finanzinvestor

Axa zielt auf Dax-Konzerne

von Holger Alich und Peter Köhler

Axa Private Equity (Axa PE), die Beteiligungstochter des französischen Versicherers, will sich offenbar an der Übernahme eines Dax-30-Konzerns versuchen. Für solch ein Geschäft fehlt dem Finanzinvestor alleine aber das Geld. Doch gemeinsam mit Verbündeten ist der Kauf eines deutschen Großkonzerns gar nicht mehr so unwahrscheinlich.

Die deutsche Axa-Zentrale in Köln. Foto: dpaLupe

Die deutsche Axa-Zentrale in Köln. Foto: dpa

PARIS/FRANKFURT. „Bei der Übernahme würden wir zwar nicht den Lead übernehmen, aber eine Beteiligung als Co-Investor würde uns interessieren“, sagte Stephan Illenberger, Leiter von Axa Private Equity in Deutschland, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Illenberger hält Dax-Unternehmen grundsätzlich für attraktive Investments, da „sie im Schnitt gesehen nur halb so profitabel wie ihre internationalen Wettbewerber sind“. Zwar würden Häuser wie die Deutsche Bank im historischen Vergleich Rekordgewinne einfahren. „Doch im internationalen Vergleich bleibt noch Aufholpotenzial“, sagt Illenberger.

Institutionelle Investoren vertrauen den Private-Equity-Unternehmen mittlerweile Rekordsummen an. Die britische Beteiligungsgesellschaft Permira, die sich auf so genannte Buy-out-Fonds für Unternehmensübernahmen spezialisiert hat, sammelte zum Beispiel in nur drei Monaten elf Mrd. Dollar für den Fonds Permira IV ein. Mit Permira und den global ausgerichteten Fonds von Blackstone, KKR, Texas Pacific Group und Apollo gibt es heute schon fünf Beteiligungshäuser, die Fonds im zweistelligen Milliardenbereich in Stellung gebracht haben. Thomas Krenz, Deutschland-Chef von Permira, sieht mit den neuen Megafonds auch Dax-Unternehmen in Reichweite der Finanzinvestoren.

Nach Meinung von Experten wird sich aber wohl kein Fonds zutrauen, im Alleingang einen Dax-Wert zu übernehmen. Erwartet werden vielmehr „Club-Deals“, also gemeinsame Übernahmen eines Unternehmens durch mehrere Private-Equity-Häuser. Hermann Prelle, Co-Leiter des deutschen Investment-Bankings der Schweizer Großbank UBS, rechnet innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate mit dem ersten großen Club-Deal in Deutschland.

Die Axa PE ist bereit, an einem solchen Geschäft mitzuwirken. Derzeit verwalten die Franzosen rund 8,5 Mrd. Euro. Bis Ende des Jahres soll die Marke von zehn Mrd. Euro fallen. Damit zählt die Axa-Tochter zu den großen europäischen Adressen im Private-Equity-Geschäft, das von US-Unternehmen wie KKR dominiert wird. Ein Drittel der von Axa PE verwalteten Gelder stammt von der Konzern-Mutter.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Eigentlich hat es Axa nur auf Mittelständler abgesehen

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