Die Fluggesellschaften British Airways, Iberia und American Airlines wollen künftig enger Zusammenarbeiten. Sie kündigten eine Allianz bei Langstreckenflügen zwischen Europa und Nordamerika an. Allerdings muss die US-Kartellbehörde dem Plan noch zustimmen.
HB LONDON. Die Fluggesellschaften British Airways, Iberia und American Airlines wollen bei Langstreckenflügen zwischen Europa und Nordamerika zusammenarbeiten. Sie kündigten am Donnerstag an, die dafür nötige Immunität bei den US-Kartellbehörden zu beantragen.
Die Unternehmen versprechen sich durch das Bündnis Kosteneinsparungen und neue Kunden. Im Rahmen der Allianz wollen die Firmen ihre Gewinne und Umsätze auf den Transatlantik-Routen teilen sowie ihre Kapazitäten, Liniennetze, Preise und den Vertrieb gemeinsam managen.
Viele Fluggesellschaften suchen ihr Heil angesichts der derzeitigen Branchenkrise in Allianzen. Sie können so Routen teilen und ihre Kapazitäten kürzen, ohne gleich eine Fusion angehen zu müssen. British Airways befindet sich derzeit auch in Übernahmeverhandlungen mit Iberia.
BA-Chef Willie Walsh zeigte sich überzeugt, die nötige Immunität von den Kartellbehörden zu erhalten. Er widersprach zudem Kritikern, die einen Anstieg der Preise fürchten. Kartell-Immunität hat bereits der BA-Rivale Air France-KLM für seine Allianz mit Northwest Airlines bekommen. Konkurrenten sprechen dennoch von einer Behinderung des Wettbewerbs.
American Airlines und BA sind in der Vergangenheit schon zweimal mit dem Versuch gescheitert, Immunität vor den Kartellwächtern zu erlangen. Diesmal will BA jedoch argumentieren, dass sich die Wettbewerbssituation mit der seit März geltenden „Open Skies“-Vereinbarung geändert habe. Das Abkommen erlaubt Fluggesellschaften aus der Europäischen Union, jeden Flughafen in den USA von Europa aus anzufliegen und umgekehrt.


