Das Branchennetzwerk IFD hält den Arbeitsplatzabbau in der Bankenbranche für unvermeidbar. Die deutschen Geldinstitute seien international zurückgefallen, Zusammenschlüsse seien nötig. Die Gewerkschaft Verdi warnt: Zehntausende von Jobs könnten bedroht sein.
FRANKFURT. Die Initiative Finanzstandort Deutschland (IFD) hält bei einer Konsolidierungswelle Arbeitsplatzverluste im Bankgewerbe für unvermeidbar. "Es ist klar, dass das Abschöpfen der Effizienzpotenziale auch mit einem kurzfristigen Beschäftigungsabbau einhergeht", sagte Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise, der die IFD vertritt, gestern. Deutschlands Banken seien international zurückgefallen. Zusammenschlüsse seien nötig, um langfristig wieder starke Spieler und damit neue Stellen zu schaffen.
Heise wollte sich nicht dazu äußern, wie hoch die Arbeitsplatzverluste ausfallen könnten. Derzeit steht unter anderem das Citibank-Privatkundengeschäft hierzulande zum Verkauf, zudem gilt die Abspaltung der Postbank
aus dem Post-Konzern als wahrscheinlich. Und schließlich verhandeln Finanzkreisen zufolge Dresdner Bank und Commerzbank
über einen Zusammenschluss. Der Gewerkschaft Verdi zufolge könnten Zehntausende von Stellen auf der Kippe stehen. Deutschlandweit sind rund 580 000 Mitarbeiter im Finanzsektor beschäftigt.
Heise deutete Skepsis an, ob die Politik tatsächlich größeren Stellenstreichungen tatenlos zusehen würde. Zwar sei die Erkenntnis vorhanden, dass Zusammenschlüsse unumgänglich seien, sagte er. "Die Frage ist, inwieweit sie ein Jahr vor der Bundestagswahl zum Tragen kommt."
Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Turbulenzen an den Märkten dämpfte die IFD. "Die Kreditkrise und ihre Auswirkungen werden auch im Jahr 2008 das beherrschende Thema an den Finanzmärkten sein", hieß es. Allerdings habe die Furcht vor einem Zusammenbruch des Finanzsystems klar abgenommen.

