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30.06.2008 
Aktualisiert 30.06.2008, 11:19 Uhr 
Manager-Vergütungen

Banken läuten Ende der Bonus-Bonanza ein

von Matthias Eberle

Schluss mit dem Geldregen: Lehman Brothers streicht Vergütungspakete von Konzernchef Fuld und Präsident McDade zusammen. Weitere Geldinstitute könnten folgen, wegen der Finanznot könnte die nächste Bonus-Runde in der Branche deutlich bescheidener ausfallen.

Gehaltseinbuße für Richard Fuld. Foto: APLupe

Gehaltseinbuße für Richard Fuld. Foto: AP

NEW YORK. Die Topmanager der US-Banken werden das Debakel der Branche nun auch im eigenen Portemonnaie spüren. Die ersten Führungskräfte verzichten auf ihre Boni und damit auf den größten Teil ihres bisherigen Gehaltspakets. Der schwer unter Druck geratene Vorstandschef der Investmentbank Lehman Brothers, Richard Fuld, sowie Präsident Herbert McDade würden ihre Boni nach dem jüngsten Quartalsverlust von 2,8 Mrd. Dollar nicht in Anspruch nehmen, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider.

Branchenexperten sehen darin ein Signal, dass die nächste Bonus-Runde im Bankensektor wegen der Finanznot vieler Firmen deutlich bescheidener ausfallen wird als zuletzt üblich. Fuld bereite sein Personal auf weitere Hiobsbotschaften vor, sagte Jeanne Branthover von der New Yorker Personalberatung Boyden. Der Vorstandschef von Lehman hat im Vorjahr gut 40 Mill. Dollar verdient, wobei 98 Prozent davon auf Boni entfielen.

Zuvor hatte bereits die besonders von der Krise betroffene Schweizer Großbank UBS ihrem Topmanagement die Bonus-Anteile gestrichen. Auf diese Weise sank etwa die Vergütung des inzwischen zurückgetretenen Verwaltungsratspräsidenten Marcel Ospel von zuvor 26,6 Mill. Schweizer Franken um 90 Prozent.

Angaben der Ratingagentur Standard & Poors zufolge haben die Topmanager von sieben großen US-Banken zwischen 2004 und 2007 rund 3,6 Mrd. Dollar verdient - inklusive Boni, Aktien und ausgeübten Optionen. Zum Teil orientierte sich der Verdienst an früheren Gewinnen aus dem Geschäft mit Hypothekenverbriefungen, die vielen Banken jetzt zum Verhängnis werden.

Während die Vorschläge zur Mitbestimmung bei Vorstandsgehältern unter den Aktionären der Wall-Street-Banken bisher keine Mehrheiten erzielen, sorgen goldene Handschläge nach Vertragsauflösungen regelmäßig für öffentlichen Aufschrei. Stan O'Neal, Ex-Vorstandschef der ebenfalls von Milliardenverlusten geplagten Investmentbank Merrill Lynch, ging im Vorjahr zwar offiziell ohne Abfindung - aber mit Pensionsansprüchen von 161,5 Mill. Dollar.

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