Bestes Ergebnis seit 2006
Bei US-Banken sprudeln die Gewinne

Im vergangenen Jahr verdiente die US-Bankenbranche unterm Strich zusammen fast ein Fünftel mehr als noch 2011. Es ist das zweitbeste Ergebnis aller Zeiten – und beinahe soviel wie im Rekordjahr 2006.
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Ein verbessertes Kreditgeschäft und höhere Einnahmen haben der US-Bankenbranche 2012 das beste Ergebnis seit sechs Jahren beschert. Im Vergleich zu 2011 wuchs der Gewinn um mehr als 19 Prozent auf 141,3 Milliarden Dollar, wie der Einlagensicherungsfonds FDIC am Dienstag mitteilte. Dies sei so viel wie seit 2006 und damit vor Ausbruch der Finanzkrise nicht mehr, als der Sektor mit 145,2 Milliarden Dollar sein bisher bestes Ergebnis überhaupt verzeichnet habe.

Im vergangenen Jahr profitierten die Geldinstitute laut Federal Deposit Insurance Corp (FDIC) vor allem davon, dass sie nicht mehr so viele Rückstellungen für faule Kredite bilden mussten. Zudem legten Kreditgeschäft und Gebühreneinnahmen zu. Platzende Hypotheken hatten in der Finanz- und Wirtschaftskrise reihenweise Banken in den Abgrund gerissen. Doch seitdem wieder mehr US-Amerikaner Arbeit haben, hat sich auch die Zahlungsmoral gebessert.

FDIC-Chef Martin Gruenberg äußerte jedoch Zweifel, dass die Branche ihr rasantes Wachstum beibehalten könne. Die Gewinne der Finanzhäuser könnten zudem schnell wieder zusammenschmelzen, wenn die Politik in Washington nicht mit einem Haushaltskompromiss automatische Kürzungen großen Umfangs verhindern könne.

Die Erholung der Branche spiegelt sich auch an anderer Stelle wider: Im vergangenen Jahr gingen 51 Banken pleite, nur etwa halb soviel wie 2011 und ein Drittel soviel wie 2010. Die FDIC führt aktuell noch 651 Häuser auf ihrer Liste der Problemfälle. Zuvor waren es 694. Die Behörde sichert die Kundeneinlagen in 7083 US-Banken ab. Dabei handelt es sich zumeist um kleinere regionale Institute, aber auch um Finanzkolosse wie die Bank of America.

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