1000 Stellen bei der Hypo-Vereinsbank in Gefahr

Harter Einschnitt
1000 Stellen bei der Hypo-Vereinsbank in Gefahr

Die Hypo-Vereinsbank (HVB) plant offenbar weitreichende Filialschließungen und Stellenstreichungen. Unternehmenskreisen zufolge sollen bis Ende nächsten Jahres bis zu 1000 Stellen wegfallen. Die Bank schweigt sich aus.
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FrankfurtBei der Hypo-Vereinsbank (HVB) stehen wegen des schwächelnden Privatkundengeschäfts rund 1000 Stellen auf der Kippe. In diesem Jahr sollten rund 600 Arbeitsplätze wegfallen, im kommenden Jahr etwa 400, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Betroffen von den Stellenstreichungen sei vor allem das Privatkundengeschäft, aber auch die Unternehmerbank, sagten drei Insider. Rund 45 Filialen sollten dichtmachen.

Die Stellenstreichungen hingen den Insidern zufolge auch mit der Neuausrichtung des Privatkundengeschäftes zusammen, die das Münchner Institut im November angekündigt hatte. Die Tochter der italienischen Großbank Unicredit hatte damals unter anderem angekündigt, die Segmente für normale Privatkunden und reiche Klienten zusammenzulegen. Zudem müsse die HVB auf das geänderte Verhalten der Kunden reagieren, die heute immer mehr Bankgeschäfte im Internet erledigten, betonte eine mit den Plänen vertraute Person. Die Gespräche mit dem Betriebsrat sollten nächste Woche beginnen.

Auch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete über den bevorstehenden Stellenabbau. Ein Sprecher der Hypo-Vereinsbank, die in Deutschland rund 19.000 Menschen beschäftigt, wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

Bei anderen deutschen Banken müssen ebenfalls zahlreiche Mitarbeiter um ihre Jobs bangen. Die Commerzbank will Medienberichten zufolge bis zu 6500 Stellen in Deutschland streichen, was jeder siebten Stelle entsprechen würde. Der Arbeitsplatzabbau würde damit deutlich stärker ausfallen als bei der HVB. Der Betriebsrat der Commerzbank verhandelte Insidern zufolge am Mittwoch mit den Management über die Sparpläne.

Bei der Commerzbank und bei der HVB dürften die meisten Stellen im Privatkundengeschäft wegfallen, in dem Banken wegen der harten Konkurrenz seit Jahren kaum etwas verdienen. Deutschland ist einer der am härtesten umkämpften Märkte für Banken, weil Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken einen Marktanteil von rund 60 Prozent behaupten. Zudem buhlen ausländische Wettbewerber mit Kampfkonditionen um die Einlagen der deutschen Sparer.

Weltweit streichen Banken derzeit Zehntausende Jobs. Anders als bei der Commerzbank ist dort aber zumeist das Investmentbanking betroffen. Die schärfere Regulierung und die trüben Aussichten für das Kapitalmarktgeschäft zwingen viele Institute zu massiven Einschnitten. Bei der Deutschen Bank etwa wackeln mehr als 2000 Stellen, vor allem im Investmentbanking, sprich außerhalb Deutschlands.

Kommentare zu "1000 Stellen bei der Hypo-Vereinsbank in Gefahr"

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  • Und wenn die Rot Grüne Regierung die Dispozinsen begrenzen will. Fehlt den Banken noch mehr Ertrag und es werden nochmals tausende Arbeitsplätze abgebaut werden. Es Lebe die Planwirtschaft.

  • Und wie gut Politiker "wirtschaften" können, sehen wir nicht nur am Schuldenstand der öffentlichen Haushalte, sondern auch an Beispielen wie den Landesbanken (WestLB)und öffentlichen Großprojekten (eine Liste wäre zu lang für diesen Kommentar).

  • Siehe Kommentar:
    "Britische Bank Lloyds streicht 940 Stellen"

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/jobkahlschlag-britische-bank-lloyds-streicht-940-stellen/7676076.html

  • Anstatt ihren Leitenden Riesenboni und -gehälter zu bezahlen, im internationalem "Geschäften" mitzuzocken, sollten sich die Banken lieber um das kümmern, wozu sie ürsprünglich mal da waren: Das Geld ihrere Kunden verwalten und ausreichend Bankschalzer zur Verfügung zu stellen!
    Die unsäglichen Bankautomaten und das Plastikgeld wieder abzuschaffen; denn das wälzt nur alle Risiken auf den Kunden ab! Wenn die Banken das nicht mehr wollen, sollte man - und das sowieso - den Privatmenschen wieder so auf Bargeldverkehr umstellen, daß er kein Konto braucht.

  • Wie stellen Sie sich die Verwaltung von Kundengeldern vor, wenn EZB und nachdrücklich der Rettungsschirm dafür eingesetzt werden, dem Kunden möglichst keinen Zins mehr für seinen Konsumverzicht zu zahlen.

    Wie stellen Sie sich in diesem Rahmenkonzept die Tätigkeit einer Bank vor?

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