Hypothekenbank Frankfurt
Commerzbank baut 500 Stellen bei Bad Bank ab

Die Commerzbank streicht bis Ende 2015 rund 500 Stellen bei der früheren Eurohypo. Betriebsbedingte Kündigungen bei der „Bad Bank“ sollten vermieden werden, seien aber nicht ausgeschlossen, heißt es in einer Mitteilung.
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FrankfurtBei der Commerzbank nehmen die Pläne zum Jobabbau immer konkretere Formen an. Allein bei der Hypothekenbank Frankfurt - der früheren Eurohypo -, die jetzt abgewickelt wird, fallen bis Ende 2015 rund 500 Vollzeitstellen weg, jede zweite Stelle bei der Tochter. Ein Sprecher von Deutschlands zweitgrößtem Geldhaus bestätigte am Mittwoch Informationen aus einem internen Papier an die Belegschaft. Besonders hart trifft es die Mitarbeiter im Inland, wo allein 350 Jobs gestrichen werden. "Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden, sind aber nicht ausgeschlossen", hieß es in der Mitteilung im Intranet der Bank.

In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass die Commerzbank in den nächsten vier Jahren bis zu 6000 ihrer rund 49.000 Vollzeitstellen streichen will. Ein Großteil davon soll im Filialgeschäft wegfallen, in dem die Bank seit Jahren kaum Gewinne schreibt.

Hier haben die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern aber noch gar nicht begonnen - anders als bei der ehemaligen Eurohypo, wo Betriebsrat und Vorstand schon länger über einen Sozialplan verhandelten. Denn die Commerzbank gibt ihre Immobilienfinanzierung komplett auf.

Die Hypothekentochter lagert jetzt wie die Schiffsbank und unliebsame Altlasten aus dem Investmentbanking in der internen "Bad Bank", der riesigen Abbaueinheit NCA. Dort sollen die Portfolien über die Zeit abgebaut werden, über Fälligkeiten und wertschonende Verkäufe.

Die großvolumigen Immobiliendarlehen laufen in der Regel sehr lange. Die Zahl der Mitarbeiter bei der Hypothekenbank soll schrittweise mit dem Portfolio schrumpfen. "Auf der Grundlage der Vereinbarungen werden wir diesen Prozess so sozialverträglich und transparent wie möglich gestalten", kündigte der Chef der Hypothekenbank, Thomas Köntgen, im Intranet an. Der Jobabbau werde alle Standorte und die Zentrale in Eschborn betreffen.

Kommentare zu "Commerzbank baut 500 Stellen bei Bad Bank ab"

Alle Kommentare
  • Die Commerzbank gibt die Immobilienfinanzierung nicht auf.... Dieses Feld wird man nicht anderen Wettbewerbern überlassen. Bereits jetzt wird aus anderen Einheiten heraus dieses Geschäftsfeld betrieben. Stimme Hypo-Banker zu. Wenn man das Geschäft versteht und die Vorstände die Finger von dem Tagesgeschäft lassen (Thema Schneider-Pleite), rutscht i.d.R. auch nichts systematisch ab. Wenn aber Londoner Investmentbanker in der Vergangenheit glaubten, den ganzen europäischen Immobilienmarkt in all seinen unterschiedlichen Facetten zu kennen und dies von ganz ganz oben nachhaltig toleriert und durch falsche Anreize gefördert wurde, dann werden Geschäfte abgeschlossen, die hochriskant sind. Das Ergebnis ist bekannt, HRE, EUROHYPO, Westimmo.......

  • Zahlt die Commerzbank denn dann auch noch ein Jahr lang die Sozialabgaben für die "abgebauten" Arbeitskräfte weiter, sofern die keine neue neue oder keine gleich gut bezahlte Stelle finden?
    Arbeitnehmer bekommen für eine Eigenkündigung Sperrzeiten (d.h. dürfen nicht von der Arbeitslosenversicherung profitieren, in die sie jahrelang eingezahlt haben.)
    Kündigt der Arbeitgeber, darf er offensichtlich schon von der Arbeitslosenversicherung profitieren.

  • Der Niedergang der Hypothekenbanken fing mit der Schneider-Pleite 1994 an. Es ist erschütternd mit anzusehen, wie von ahnunglosen, inkompetenten und vor allem größenwahnsinnigen Vorständen die Hypobanken praktisch alle in den Ruin getrieben wurden. Das originäre Geschäftsmodell der Hypothekenbanken ist grundsolide und noch längst nicht überholt. "Back to the roots" kann man nur empfehlen.

  • ...................
    ...COMMERZBANK....
    ...................
    ..
    abschreiben heisst abschreiben..!!
    ..
    der aktionär freut sich über kursgewinne..
    des einen freud - des anderen leid..
    ..

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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