Deutsche Bank bringt Gemeinschaftsanleihen ins Spiel

Kommunalfinanzierung
Deutsche Bank bringt Gemeinschaftsanleihen ins Spiel

Deutschlands größte Bank schlägt Städten und Gemeinden gemeinsame Anleihen zur kommunalen Finanzierung vor. Diese könnten die Finanzierung über Bankkredite ablösen. Die Kommunen reagieren positiv.
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FrankfurtDie Deutsche Bank hat gemeinsame Anleihen von deutschen Städten und Gemeinden ins Spiel gebracht. „Die gebündelte Kapitalnachfrage durch eine kommunale Finanzagentur kann auch in Deutschland eine sinnvolle und überlegenswerte Alternative im Rahmen der kommunalen Finanzierung darstellen“, heißt es in einer Studie der Deutschen Bank, die dem Handelsblatt (Dienstagsausgabe) vorliegt.

Bislang finanzieren sich deutsche Städte und Gemeinden zu 95 Prozent über Bankkredite. „Ob die dominierende Rolle der Banken im Rahmen der kommunalen Kreditfinanzierung auch in der Zukunft Bestand haben wird, ist zu bezweifeln“, so die Deutsche Bank.

Grund für die Skepsis sind neue Regulierungsvorschriften für Banken, die das Kommunalkreditgeschäft für viele Institute unattraktiver machen. Der Deutsche Städtetag zeigte sich offen für die Überlegungen zur Gründung einer Finanzagentur. „Zwar gibt es aktuell keine Engpässe beim Kommunalkredit, doch könnte eine solche Agentur perspektivisch in der Lage sein, das kommunale Kreditangebot zu erweitern", sagte Helmut Dedy, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages und Beigeordneter für Finanzen, dem Handelsblatt.

Der Kämmerer der Stadt Essen, Lars Martin Klieve, ist aber gegen eine Haftung der Kommunen untereinander. „Das wäre katastrophal“, sagte er. „Dann würden Städte und Gemeinden für andere haften, ohne auf deren Finanzgebaren Einfluss nehmen zu können. Das kann nicht funktionieren“, so Klieve. Er ist dafür, solche kommunalen Finanzagenturen an die jeweiligen Bundesländer anzubinden, da diese Einfluss auf die kommunalen Haushalte nehmen können.

Kommentare zu "Deutsche Bank bringt Gemeinschaftsanleihen ins Spiel"

Alle Kommentare
  • Und diese Emissionen möchte dann wohl die deutsche Bank rausgeben? Warum gehen dann gut geführte Kommunen nicht gleich an die Börse? Schlage eine "Kommunenbörse" vor, dann gibt es bei den Gemeinschaftsaufgaben wie sozialer Wohungsbau, Wasser, Strom und Straßennetz wenigstens echte Konkurrenz.
    Interessant wie man sich doch Gedanken machen kann, wenn es um neue Geschäftsfelder geht.

  • die haben das immer noch nicht kapiert.


    Würde der Staat, wie es ihm eigentlich zustände, sein eigenes Geld aus der Luft schöpfen und dieses Monopol NICHT den Privatbanken überlassen,
    müsste er es sich nicht für teures Geld = ZinsesZins borgen und wir bräuchten dann ALLE KEINE Steuern zu bezahlen.

    Unser GANZES Leben wird also nicht von der Politik, sondern von den Banken bestimmt.

  • Deutsche Bank - say no more.Wer auch diesem Institut noch auf den Leim geht kann nicht mehr geholfen werden.Sind wir noch lernfaehig?

  • Der Einzige, der hier nichts kapiert hat, sind Sie. Wie kann man so einen Stuss daherreden! Die Zinsanteil in den öffentlichen Haushalten liegt bei etwa 8%. Wie wollen Sie ohne Steuern die restlichen Ausgaben finanzieren? Indem man einfach Geld druckt? Dann würden das die Staaten seit Jahrhunderten so machen.

    Die Geldschöpfung durch Banken haben Sie auch nicht verstanden. Zwar können die Banken Geld schöpfen, aber sie schulden das geschöpfte Geld. Wenn die Bank aus geschöpftem Geld einen Kredit vergibt und der Kreditnehmer ihn nicht zurückzahlen kann, muss die Bank dafür aufkommen. Deshalb geraten Banken, die Staatsanleihen halten, selbst in Schwierigkeiten, wenn die Schuldnerländer nicht mehr zahlen können.

  • Kommunen sollten auch pleite gehen dürfen. Nun also kommunale "Euro-"bonds. Wer andere für seine Schulden haften läßt, lernt nicht mit Geld umzugehen, er muß es ja nicht einmal versuchen.

    Sonntag abend bei Jauch: Die Politiker haften ja auch nicht für die Schulden, die sie meinen Kindern hinterlassen.

  • Die deutsche Bank hat noch nie Empfehlungen rausgegeben, die zum Vorteil der Kommunen waren. Und auch hier ist das Ziel dasselbe wie bei der EU. Man will immer den wirtschaftlich stärksten greifen können!

  • Soso, Eurobonds für Kommunen, die neue Wunderwaffe der Deutschen Bank.

    "Fürchte die Danaer, auch wenn sie Geschenke bringen"

    Anscheinend wollen sie ihr Insolvenzrisiko bei Krediten für die öffentliche Hand auf den allgemeinen Steuerzahler umwälzen.

  • Wo sieht eigentlich die Deutsche Bank Probleme bei den Kommunalanleihen. Wenn eine Kommune Pleite geht, muss das Land diese Kommune retten, wenn eine Land Pleite geht, muss der Bund das Land retten. Also das Geld bekommen die Banken wohl immer wieder. Die einzigste Gefahr bestünde, dass man die Kreditkonditionen nachverhandeln könnte, auch zum Schaden der Banken.

  • Und was änderte sich ohne die Banken?

    Der Staat schuldet (also gibt das Geld dem Schuldner), wenn der nicht zahlen kann, kommt der Staat dafür auf. Der Staat nimmt gefälligst keinen Zins, auch nicht von sich selbst!

    Und warum machen die das nicht? Weil sie das Monopol der Gelderzeugung den Banken überlassen haben. Und warum taten sie das? Nun? Dämmert es?

  • Das stimmt auch nicht ganz, weil mind. 1 "Bank" gibt mit der der Staat Geldschöpfen kann (wenn er wollte): Die Zentralbank. Jedoch sollten Staaten eigentlich keine Staatsschulden (wie ein Schneeballsystem) vor sich herschieben, weil ein Staat (egal ob Kommune, Land oder Bund) sich durch Steuern und Abgaben finanzieren soll (und nicht durch Kredite und Anleihen).

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