Commerzbank meldet 720 Millionen Euro Verlust

Quartalsergebnis
Commerzbank meldet 720 Millionen Euro Verlust

Die Commerzbank macht es der Deutschen Bank gleich und meldet für das vierte Quartal 2012 einen deutlichen Verlust. Abschreibungen und Belastungen aus einem Verkauf einer Tochterfirma hätten dazu beigetragen.
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DüsseldorfDie Commerzbank hat im vierten Quartal 2012 einen Verlust in Höhe von 720 Millionen Euro verbucht, meldet das Institut per Ad-hoc-Mitteilung. Analysten hatten für das vierte Quartal ein geringeres Minus von rund 560 Millionen Euro erwartet. Für das Gesamtjahr 2012 verbucht die Bank einen Gewinn in Höhe von sechs Millionen Euro – nach 638 Millionen Euro im Vorjahr.

Dennoch geht das Institut weiterhin davon aus, dass es für 2012 erstmals Zinsen auf die verbliebenen Rettungsmilliarden des Bundes in Form einer „stillen Einlage“ zahlen wird. Im ersten Quartal 2013 seien weitere Belastungen zu erwarten. Die Aktie der Bank reagierte mit heftigen Ausschlägen. Der Kurs der Commerzbank-Titel fiel zeitweilig um zwei Prozent auf 1,58 Euro.

Beigetragen zu dem Minus im Zeitraum Oktober bis Dezember hätten Abschreibungen auf Steueransprüche sowie eine Belastung in Höhe von 185 Millionen aus dem Verkauf der ukrainischen Tochter Bank Forum. Das Institut war Ende Juli mit Verlust an die ukrainische Industrie-Holding Smart Group verkauft worden.

Obendrein kommt der angekündigte massive Stellenabbau den Konzern teuer zu stehen. Die Commerzbank hatte zuletzt angekündigt, bis zum Jahr 2016 bis zu 6000 Stellen abzubauen. Für die damit verbundenen Ausgaben rechnet die Bank bereits im laufenden ersten Quartal des Jahres 2013 mit Belastungen in Höhe von rund 500 Millionen Euro. Die detaillierten Geschäftszahlen zum Quartal und Gesamtjahr will die Commerzbank am 15. Februar veröffentlichen.

Die zweitgrößte deutsche Bank hatte im November ein umfassendes Sparprogramm angekündigt. Nach Gewerkschaftsangaben soll vor allem das Privatkundengeschäft stark beschnitten werden. Hier kämpft die Bank wie die Konkurrenz mit starkem Wettbewerb und geringen Margen.

An den Bankenrettungsfonds SoFFin wird die Commerzbank in den kommenden Monaten trotz des mageren Ergebnisses rund 150 Millionen Euro überweisen. Die Zinsen auf die Stille Einlage des Bundes, die inzwischen auf 1,6 Milliarden Euro geschrumpft ist, werden nur fällig, wenn die Bank nach deutschem Handelsrecht (HGB) ausreichend schwarze Zahlen schreibt.

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1,7 Milliarden Euro für mögliche Risiken

Kommentare zu "Commerzbank meldet 720 Millionen Euro Verlust"

Alle Kommentare
  • Sehr gut analysoert, hir sieht man wieder, was Blessing und
    Müller so anstellen.

  • Hat damals nicht ein Finanzminister Peer S. behauptet, dies ist ein glänzendes Geschäft für den Steuerzahler ( oder so ähnlich )?????

  • Das wäre sicherlich eine oder mehrere Rückfragen auf der Bilanzpressekonferenz wert - oder aber später auf der HV. Es ist aber davon auszugehen, dass im Schnitt nicht eine Million gezahlt werden, darauf werden verschiedene Gremien schon achten.

  • Kommt darauf an zu welchem Kurs er rein ist.Das solltest Du ihn mal fragen-oder nicht?
    Wenn er zu 47,50 Euro rein ist, also am Do.dem 09.03.2000 sein Geld investierte.... siehts schlecht aus,das er seine Einstände wieder sieht,vom Inflationsausgleich oder Gewinnen ganz zu schweigen.Wenn er aber zum Tief bei 1,117 im letzten Sommer investierte,kann er sich zur Zeit über satte Buchgewinne freuen.

  • 500.000.000 Verlust allein im ersten Quartal für die Streichung von 6000 Stellen? Wie kann das gehen? Das sind über 83.000,- pro Stelle. Wieviele der 6000 Stellen werden denn im 1. Quartal 2013 abgebaut? Vielleicht 500 und jeder der geht bekommt eine Million?

  • War bis vor einigen Jahren bei den Blauen, auch dort war/ist nicht alles Gold was glänzt. Coba hatte zwar nie ein richtiges IB, bot aber einiges, um den Wechsel von den Blauen zu den Gelben schmackhaft zu machen. Habe es bis heute nicht bereut. Aber irgendwann stimmt das CRV nicht mehr und wenn dieser Punkt erreicht ist, its time to say so long…..

  • Frau Lautenschläger versucht es ja:
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/sabine-lautenschlaeger-bundesbank-vize-verlangt-strenge-regeln-fuer-boni/7733922.html
    Ärgern Sie sich nicht, dass Sie nicht bei den Blauen sind? Sie sind übrigens spät dran, es sind schon mehr als 10.000 Gelbe gegangen.

    Wenden Sie sich direkt an die Politik, wenn Ihnen Veränderung wichtig ist - die liest nicht unbedingt Kommentare im Handelsblatt.

  • Diese Bank ist alles mögliche, aber ganz sicher nicht systemrelevant. Dass sie hilft, den deutschen Mittelstand zu finanzieren ist ein Märchen. Man hätte die Bude einfach pleite gehen lassen sollen.

  • Der Soffin hat insgesamt 4,7 Mrd. Euro in Coba-Aktien investiert. Legt man den Kurs der Coba-Aktie zum Jahresende 2012 von 1,43 Euro zugrunde, schrumpft der Wert der Beteiligung auf rd. 1,76 Mrd. EUR, d.h. auf die Beteiligung ist eine Abschreibung von knapp 3 Mrd. Euro vorzunehmen. Um diesen Betrag mindert sich das mit Steuergeld finanzierte Eigenkapital des Rettungsfonds. Die von der Coba für die Stille Einlage vorgenommene Abfindungszahlung von rd. 1 Mrd. Euro wird durch die Abschreibung somit mehr als aufgefressen.

  • @ Anonym, will mit meiner Aussage zum Bonus (stimmt übrigens) die Politik aufrütteln, dass sich trotz Finanzkrise wenig an der Raffmentalität vieler Banker (mich eingeschlossen) geändert hat. Da ich mich von der Coba und der Bankwelt bald verabschiede, geht mir dieses Statement leicht von der Feder.

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