Razzia bei der Deutschen Bank
Fitschen wehrt sich

Hunderte Beamte durchsuchten die Zentrale der Deutschen Bank. Der Verdacht: schwerer Steuerbetrug. Co-Vorsitzender Jürgen Fitschen hält das Vorgehen für „überzogen“ – und sieht sich mit neuen Vorwürfen konfrontiert.
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Düsseldorf/München/FrankfurtNachdem Hunderte Beamte am Mittwoch die Zentrale der Deutsche Bank in Frankfurt wegen des Verdachts des schweren Umsatzsteuerbetrugs durchsucht haben, geht Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen jetzt in die Offensive: „Meines Erachtens war das Vorgehen der Staatsanwaltschaft überzogen.“ Er wundere sich, dass es überhaupt „zu einem solchen Verfahren kommen konnte“, sagte Fitschen im Interview mit dem Handelsblatt. Aus seiner Sicht entbehren die Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft jeder Grundlage.

Fitschen wird vorgeworfen, sich mit seiner Unterschrift unter die Umsatzsteuererklärung des Jahres 2009 des besonders schweren Steuerbetrugs schuldig gemacht zu haben. „Ich fühle mich ungerecht behandelt“, sagte er. Anderseits zeigte sich der Co-Vorstandschef selbstkritisch: Er „bedaure es sehr“, dass die Bank mit den hausinternen Ermittlungen „noch nicht weiter“ gekommen ist.

Tatsächlich musste der Bank spätestens seit der ersten Razzia im April 2010 klar gewesen sein, dass sie sich illegaler Handelsgeschäfte mit Emissionszertifikaten verdächtig gemacht hat. Deshalb sagte Fitschen: „Wenn wir uns anders verhalten können bei der Aufklärung, dann werden wir entsprechende Vorschläge der Staatsanwaltschaft gerne prüfen, um die Effizienz der Zusammenarbeit in beiderseitigem Interesse zu verbessern.“

Mit Blick auf die zahlreichen Skandale, mit denen die Bank in Verbindung gebracht wird, resümierte Fitschen: „Wir müssen mit den Kollegen dafür sorgen, dass die Bank in einem anderen Licht gesehen wird.“ (Das komplette Interview lesen Sie im Handelsblatt-E-Paper oder in der heutigen Printausgabe)

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Unterlagen vorenthalten?

Kommentare zu "Fitschen wehrt sich"

Alle Kommentare
  • Bankster!
    Laut Duden:
    Mischung aus "Banker" und "Gangster"; bezeichnet im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 einen Banker, der zumindest moralisch verwerfliche, spekulative (und möglicherweise auch illegale) Geschäfte macht.

  • Ackermann dahingegen sitzt in der Schweiz, schwingt moralisierende Reden, die das Volk vom Hocker reisst, weil er so ehrlich und konsequent ist, klopft sich den Schmutz von der Weste - und lacht sich in's Fäustchen, weil er rechtzeitig den Ausgang gefunden hat.

  • wenn vier gauner im u-haft bleiben hat die staatsanwaltschaft beste karten bzw. beweise.

    kein richter in frankfurt geht auf dünnem eis.

    es geht um 850 millionen ergaunerte steuern,daraufv entfallen mindestens 250 millionen boni

    und dem drahtzieher und oberverantwortlichen spendiert die kanzlerin angela merkel ne geburtstagsparty

    mafia rules...

  • Im Fall Mollath wurde Steuerhinterziehung aber anders bewertet wie bei der Deutschen Bank !

  • da glauben Sie mal dran; richtig ist nur: letztendlich trägt die GF die Verantwortung; das die GF letztendlich wirklich Ahnung von ihrem Geschäft hat, bezweifel ich des öfteren.

    Waren Sie nicht beim BUND? Die Feldwebeldienstgrade haben die Ahnung; die Offiziere tragen die Verantwortung

    ;-)

  • Noch nie ene Bank von innen gesehen nehme ich an. Da braeuchten die 500 Vorstaende. Mindestens.

  • Nichts, aber auch garnichts geschieht in einer Bank ohne das "abnicken" durch Vorstände - sonst würden sie ja ihren Job nicht ordentlich machen und ihren Laden nicht im Griff haben. Diese Geschichte ist bestimmt schon älter und einer dieser Herren ist nun in der Schweiz!

  • Berichtigung: In der Titelzeile heisst es "Co-Vorstandschef Fitschen wehrt sich", richtig ist "Co2-Vorstandschef Fitschen wehrt sich"

  • Diese Bank und Ihre Geschäftsführung ist ein Spiegelbild derer, die glauben,dass in dieser Republik alles erlaubt sei, was Profit verspricht Da liegen Sie garnicht so sehr daneben, denn die vermeintlichen politischen Eliten, lassen sich gerne von sogenannten Lobbyisten, das deutsche Wort für Stimmenkäu-fer,einkaufen. Wo wird das noch enden?

  • Steuerhinterziehung, versuchte Strafvereitelung, Geldwäsche - liest sich wie das who is who der Ndrangeta?
    Besonders bemerkenswert, wie sich die Verhältnisse in den letzten 20 Jahren ins Gegenteil verkehrt haben. Nicht die Stafverfolgung bekommt ein Forum, sondern der "Boss" zur Selbstrechtfertigung.
    Ursächlich ist wohl das schleifende Zügel, welches eine Erosion der bigotten Spießbürgerlichkeit zur Folge hatte.



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