Schlechte Kommunikation
Steuerrazzia erzürnt UBS-Kunden

Nach Razzien bei deutschen Kunden der Schweizer Bank UBS richtet sich der Zorn vieler gegen die schlechte Vorbereitung und Kommunikation der Bank. Insider sprechen von überforderten Beratern und fehlenden Notfallplänen.
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ZürichDie Razzia der Steuerfahnder bei deutschen Kunden der UBS sorgt weiter für Aufregung. Wie aus informierten Kreisen zu erfahren ist, scheint die Schweizer Bank sich schlecht auf die Ereignisse vorbereitet zu haben. Kunden seien deshalb sauer. Denn die neuen Ermittlungen waren absehbar.

„Die UBS scheint hoffnungslos mit dem Fall überfordert zu sein, Kundenberater wissen nicht, was sie ihren Kunden sagen sollen, bei denen Hausdurchsuchungen durchgeführt wurden“, heißt es in mit den Vorgängen vertrauten Kreisen. Offenbar gäbe es keine Notfallpläne für diesen Fall.

Die UBS erklärte dazu: „Es gibt Kunden, die uns berichten, dass sie von Untersuchungshandlungen betroffen sind. UBS hält Kunden über die verfügbaren Informationen zu diesem Thema auf dem Laufenden. UBS unterstützt die Abgeltungssteuer zur Lösung der Altgelderfrage in der vorliegenden Fassung voll und ganz. Generell empfiehlt UBS möglicherweise betroffenen Deutschen Kunden den Weg in die Steuerkonformität mit einem unabhängigen Steuerberater aktiv anzugehen.“

Dass UBS-Kunden Ungemach drohen könnte, ist aber spätestens seit vergangenem Sommer absehbar. Denn mehrere Medien berichteten im August vom Ankauf von drei neuen Steuer-CDs durch das Land Nordrhein-Westfalen. Demnach hätten die Fahnder neue Daten von Kunden der Privatbank Coutts, von Merrill Lynch Schweiz sowie von Stiftungskunden der UBS. 

UBS-Kunden, die nun Besuch von der Steuerfahndung bekommen haben, besitzen tatsächlich eine Liechtensteiner Stiftung, deren Konto bei UBS läuft. Durch die Zwischenschaltung eines Treuhänders sollte vermieden werden, dass der wirtschaftlich Berechtigte des Geldes entdeckt werden kann. Wie es in mit den Vorgängen involvierten Kreisen heißt, reichen die Daten auf der CD mit in die Jahre 2007/2008 – sind also aus UBS Sicht Altlasten. Betroffen sind nicht nur Kunden der UBS am Hauptsitz Zürich, sondern auch Kunden der Filiale Basel, heißt es.

Da seit Monaten vermutet werden musste, dass die Steuerfahnder neue Daten zu UBS-Kunden in den Händen hielten, stellt sich die Frage, warum die Betroffenen nicht die Flucht nach vorn per Selbstanzeige angetreten sind. Wie es aus mit den Vorgängen vertrauten Kreisen heißt, hätten einige Kunden diesen Schritt nicht gemacht, weil sie fürchteten, dass ihre Anzeige nicht mehr strafbefreiend wirkt. Denn sobald ein Kunde damit rechnen muss, bereits entdeckt worden zu sein, droht seine Selbstanzeige nicht mehr von den Steuerbehörden anerkannt zu werden. Steuerexperten verweisen indes darauf, dass eine Selbstanzeige nur dann nicht mehr wirksam ist, wenn die Steuerfahnder einen Kundennamen auf einer Steuer-CD objektiv entdeckt hätten.

Damit droht die Strategie der Steuerbehörden, mit Medienberichten über Steuer-CDs und Razzien Steuersünder zu Selbstanzeige zu treiben, ins Leere zu laufen. Für die Steuerbehörden bleibt indes eine Selbstanzeige der einfachere und schnellere Weg, hinterzogene Steuern einzutreiben. Daten-Käufe und Razzien sind mit erheblich mehr Aufwand verbunden.

 

Kommentare zu "Steuerrazzia erzürnt UBS-Kunden"

Alle Kommentare
  • Ungeachtet der politischen Seite dieser Geschichte, wundere ich mich immer wieder darüber, wie es in einem qualifizierten, gesichertem EDV-System möglich ist, daß sich dort jeder Hinz und Kunz Dateien kopieren kann und mit nach Hause nehmen kann. Firmen, die derart schlampig mit ihren Daten umgehen, müßten eigentlich mit Bußgeldern belegt werden, so daß sie danach nicht mehr wissen ob sie männlein oder weiblein sind. Und natürlich jene illoyalen Mitarbeiter, die diese Daten gestohlen haben, müßten mit internationalem Haftbefehl gesucht werden und dann für lange Jahre im Knast verschwinden.

  • Dass die Merkel-Regierung mit dem "Steuerabkommen" mit der Schweiz, wo 3-stellige(!) Schwarzgeldmilliarden weißgewaschen werden, Steuerbetrügern in die Hände spielt, passt gut ins Bild - die UBS würde sich die Hände reiben, bei den mafiösen Zuständen. Diese Regierung hat sich längst von Anstand und Moral verabschiedet und der normale Deutsche Steuerzahler der jeden Cent Stuern angeben muss, machts auch noch mit. Die wissen definitiv nicht, was sie tun.

  • Geil :D wie damals als die Stasi an die Tür noch klopfte weil man sich verdächtig verhielt.

    Würde man Politiker genau so an den Haaren auf die Strasse ziehen wie die eigenen Bürger, weil finanzielle Schäden entstehen, dann wären 90% unserer Parteiendiktatur entweder im Knast oder dort wo die Sonne nicht scheint.

  • Wird Zeit die 200 und 500 Euro Banknoten aus dem Verkehr zu ziehen. Sind sowieso nur zum Schwarzgeld verstecken da.

  • da läuft gar nix ins leere

    die beste werbung für weiteren ankauf von steuerdaten zum einstelligen millionenpreis

    im übrigen,warnt die UBS ihre kunden,hat sie schlicht das problem der mittäterschaft an der backe.daß der deutsche edelmensch prof dr weber als oberster ubs chef dies mitverantwortet sollte beim nächsten heimatbesuch zur festnahme führen.

    die schweizer lachen sich jedesmal krank,wenn er sagt er wisse davon nix

    das BAFIn sollte die niederlassungsgenehmigung für kriminelle auslandsbanken einziehen,inländisches vermögen beschlagnahmen lassen und sich von amerikanischen strafverfolgern beraten lassen sowie kooperationswilligen ubs mitarbeitern 10 % der beigetriebenen steuern als belohnung aussetzen.

    bei uns muß die kavallerie reiten,ohne steinschmierhand

  • Selbstanzeige?! Nonsense. Vielmehr sollte überlegt werden ob es nicht angebracht ist, angesichts der kriminellen Energie der Finanzbehörden, den Steuerort zu verlegen. Zumindest für diejenigen die ihr Geschäft auch im Ausland betreiben können wäre das eine optimale Lösung zukünftigen Aerger mit deutschen Aemtern zu vermeiden und erst noch massiv Steuern zu sparen.

  • Bislang nur ein Kommentar zu den Betrügern in und um die UBS (nur eine von vielen) hier, aber 50 zu den bösen Griechen.
    Die Moral in DE ist "gut" aufgestellt.

  • Tja, Leute, es hat in der Vergangenheit mehrere Amnestien gegeben, die Selbstanzeige war schon immer ein relativ günstiger Weg zur Steuerehrlichkeit gewesen. Wer dennoch nicht tätig geworden ist, der hat selbst Schuld. Da werden einige noch etliche schlaflose Nächte haben.

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