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28.08.2008 
Commerzbank dürfte Dresdner Kleinwort zurechtstutzen

Bankenfusion gefährdet 9 000 Jobs

von Robert Landgraf und Hans G. Nagl

Bei einer Fusion von Commerzbank und Dresdner Bank droht jeder siebte Arbeitsplatz wegzufallen. Voraussichtlich müssten weltweit rund 9 000 Mitarbeiter gehen, berichteten Beteiligte gestern. Damit solle zumindest eine fünfstellige Zahl vermieden werden.

Bei einer Fusion von Dresdner und Commerzbank beträfen die Job-Abbaupläne in etwa 15 Prozent der gesamten Belegschaft. Quelle: apLupe

Bei einer Fusion von Dresdner und Commerzbank beträfen die Job-Abbaupläne in etwa 15 Prozent der gesamten Belegschaft. Quelle: ap

FRANKFURT. Commerzbank und die zur Allianz gehörende Dresdner beschäftigten Ende Dezember gut 63 000 Mitarbeiter - die Abbaupläne entsprächen somit in etwa 15 Prozent der gesamten Belegschaft. Commerzbank, Dresdner Bank und Allianz lehnten eine Stellungnahme ab. Finanzkreisen zufolge plant die Allianz, am Wochenende über die Zukunft ihrer 2001 erworbenen Tochter Dresdner Bank zu entscheiden und den Aufsichtsrat einzuberufen. Offizielle Einladungen wurden bisher aber noch nicht verschickt.

Unklar ist, ob die Commerzbank den Zuschlag tatsächlich erhält. Nach wie vor sei die China Development Bank (CDB) als ernsthafte Alternative im Rennen, hieß es. Zwar werde das Angebot der CDB noch in Teilen diskutiert, der Preis in bar sei dabei aber nicht das Thema. Anders stelle sich die Lage bei der Commerzbank dar, für die ein Kauf der von Analysten auf neun Mrd. Euro geschätzten Dresdner als Kraftakt gilt. Diskutiert werde eine Übernahme in zwei Schritten, wobei auch die Abgabe von des Vermögensverwalters Cominvest oder der Verkauf der knapp zehnprozentigen Linde-Beteiligung in Frage komme.

"Bewertungen und Transaktionssicherheit sind die offenen Fragen", sagte ein Insider. Es liege auf der Hand, dass eine Übernahme in zwei Schritten größere Risiken berge. Denn Commerzbank-Chef Martin Blessing müsse sich für die Fusion das Votum einer außerordentlichen Hauptversammlung einholen.

Neben der finanziellen Struktur dürfte auch die Arbeitsplatzfrage entscheidend werden. Bei einer Übernahme durch einen Ausländer wie die CDB dürfte es kaum zu Stellenstreichungen kommen. Verdi zeigte sich gestern für eine solche Lösung offen: "Wir haben immer gesagt, dass wir nichts gegen einen ausländischen Käufer haben", betonte ein Sprecher. Die Gewerkschaft hält im Falle einer Fusion von Commerzbank und Dresdner den Wegfall von bis zu 15 000 Stellen für möglich.

Von den nun offenbar vorgesehenen 9 000 Stellen soll etwa die Hälfte auf das Inland entfallen. Insidern zufolge könnte eine solche Größenordnung ohne Kündigungen ablaufen - womit einer zentralen Forderung der Arbeitnehmer Rechnung getragen wäre. Neben Zentralfunktionen und Verwaltungsbereichen dürfte vor allem die in London ansässige Investmentbank Dresdner Kleinwort betroffen sein. Ziel der Commerzbank sei es, bei einem Zuschlag das Geschäft dort massiv einzuschränken, sagte ein Beteiligter.

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