Bankenplatz München: BTV eröffnet Niederlassung in München

Bankenplatz München
BTV eröffnet Niederlassung in München

Der Wettbewerb um die vermögende Kundschaft am Bankenplatz München wird noch eine Spur härter. Deutschlands zweitgrößter Finanzplatz bekommt erneut Zulauf aus dem Ausland. In wenigen Wochen kommt die börsennotierte Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) nach München. Das österreichische Institut zielt vor allem auf gehobene Privatkunden sowie Firmenkunden.

MÜNCHEN. Damit sind fast alle großen österreichischen Institute mit eigenen Dependancen an der Isar vertreten. Im Gegensatz zu ihrem Schwesterinstitut, der in Bayern sehr expansiv agierenden Oberbank, konzentriert sich die BTV auf die gehobene Privatkundschaft und Firmenkunden. "Wir freuen uns in Zeiten des europäischen Binnenmarktes über jeden neuen Wettbewerber, solange der Wettbewerb fair ist", begrüßt Günter Picker vom Bayerischen Bankenverband die neue Herausforderung. Mit der BTV habe die Expansionswelle der Österreicher in Bayern wohl ihren Höhepunkt erreicht, heißt es in Finanzkreisen. Die Bank aus Innsbruck hatte ihre Deutschland-Expansion im Jahr 2006 begonnen, sie ist derzeit mit rund 100 Mitarbeitern in vier Niederlassungen im Allgäu und in Augsburg vertreten. In den nächsten Wochen soll auch eine Filiale in Stuttgart eröffnet werden.

"Mir bangt vor dem Wettbewerb in München nicht, denn mit einer Cost-Income-Ratio von 53 Prozent bewegen wir uns im Spitzenfeld der Institute", sagt Kevin von Gamm, einer von vier Geschäftleitern der BTV in Deutschland. Er hebt das konservative Geschäftsmodell hervor, das Stichwort Subprime-Krise komme im Wortschatz der Bank nicht vor, nachhaltiges Wachstum im Zins- und Provisionsüberschuss genieße Priorität. So hat der Zinsüberschuss im dritten Quartal neun Prozent auf ca. 90 Mill. Euro zugelegt.

Angesichts der umstrittenen Neuregelung der Erbschaftssteuer in Deutschland erwarten sich viele österreichische Institute einen Vorteil für ihr Geschäft, schließlich fällt die Erbschaftssteuer im Nachbarland komplett weg. Die steuerliche Optimierung sei aber kein Selbstzweck, betont von Gamm.

Die BTV betreut etwa 14 000 deutsche Privatkunden und 900 Firmenkunden. Die Tiroler Bank bildet zusammen mit ihren Schwesterbanken Oberbank und der Bank für Kärnten und Steiermark die 3-Banken-Gruppe. Diese hat ein Bilanzvolumen von etwa 30 Mrd. Euro und ist auch in Italien, der Schweiz und in Osteuropa aktiv. Damit deckt die Gruppe den wichtigen Wachstumsraum im Süden der EU ab; auch deshalb wird sie in deutschen Bankkreisen sehr ernst genommen. Größter Einzelaktionär ist über die Bank Austria die italienische Unicredit.

Quelle: Pablo Castagnola
Christoph Hardt
Handelsblatt / Ressortleiter
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