Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), Manfred Weber, drängt auf Fusionen unter deutschen Geldhäusern.
HB FRANKFURT. "Wir brauchen größere und damit auch schlagkräftigere Banken, die in der europäischen und internationalen Liga wieder vorne mitspielen können", sagte Weber am Freitag im Interview mit dem "Deutschlandradio". "Das deutsche Bankensystem ist seit langem zu kleinteilig. Das liegt nicht im Interesse der Kunden und der Wirtschaft, insofern gibt es hier Handlungsbedarf und das nicht erst seit gestern."
Abgesehen von der Deutschen Bank
, die von ihrer Größe und ihrer Rentabilität im Konzert der großen europäischen Häuser mitspielen kann, liegen Institute wie die Commerzbank
, Dresdner Bank oder Postbank
weit abgeschlagen auf den hinteren Rängen.
Derzeit stehen die Dresdner Bank und die Postbank
zum Verkauf, wodurch sich für deutsche Kreditinstitute erstmals seit Jahren die Möglichkeit für große Fusionen ergibt. An der Dresdner ist etwa die Commerzbank
interessiert, die Deutsche Bank
schaut sich Finanzkreisen zufolge die Postbank
an. Beide Prozesse gelten jedoch angesichts ihrer Komplexität und des derzeit schwierigen Marktumfelds als äußerst schwierig.
Zu speziellen Fusionsplänen wollte sich der Hauptgeschäftsführer des BdB, der die privaten Banken in Deutschland vertritt, dezidiert nicht äußern. Eine Einschränkung des Wettbewerbs durch das Entstehen größerer Banken sieht Weber nicht. Im Gegenteil: "Der Wettbewerb ist intensiv, er würde durch ein modernes Bankensystem meines Erachtens noch intensiver werden."

