Basel III: Neue Bankenregeln könnten verschoben werden

Basel III
Neue Bankenregeln könnten verschoben werden

Bundesbankvorstandsmitglied Andreas Dombret rechnet damit, dass sich die Einführung von Basel III, den neuen Regeln für das Eigenkapital der Banken, auf Mitte des nächsten Jahres verschieben wird.

Frankfurt„Anfang des neuen Jahres ist dies auch für Europa nicht mehr zu machen. Aber Mitte 2013 ist durchaus realistisch“, sagte Bundesbankvorstand Andreas Dombret dem Handelsblatt (Montagausgabe). Sie seien „das Herzstück der internationalen Regulierung“. Die Umsetzung sei äußerst wichtig für die Glaubwürdigkeit des Ziels, einen einheitlichen globalen Standard zu erreichen. „Die Eigenkapitalregeln von Basel III sind ausgereift und überzeugend“, sagte er.

Dombret war Ende vergangener Woche als Vertreter der Bundesbank bei der Sitzung des Finanzstabilitätsrat (FSB), der im Auftrag der G20-Staaten die Umsetzung der verschärften Regeln für den Finanzsektor überwacht. Der Lenkungsausschuss des FSB hatte sich am Donnerstag in New York getroffen. Vor dem Treffen gab es Bedenken, ob die USA aus dem internationalen Basel-III-Regelwerk ausscheren könnten, das ursprünglich weltweit zum Jahresbeginn 2013 eingeführt werden sollte.

Dombret zerstreute diese Bedenken im Gespräch mit dem Handelsblatt: „Basel III wird sich durchsetzen, weil dadurch das internationale Bankensystem sicherer wird und weil in einer globalisierten Weltwirtschaft alle ein Interesse an einheitlichen Standards haben, die Vertrauen schaffen“, sagte er. Er sei „sehr zuversichtlich, dass die USA genau aus diesen Gründen Basel III einführen werden“.

In Hinblick auf den geplanten nächsten Stresstest für Europas Banken dämpfte der Bundesbankvorstand die Erwartungen: Die letzten Stresstests seien nicht optimal gelaufen. „Berechtigte Kritik wird sicher berücksichtigt werden, etwa an der Kommunikation der Ergebnisse und der Abfrage der Informationen bei den Banken“, kündigte Dombret an. Zudem sei die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit beim letzten Mal viel zu hoch gewesen. Nicht jede nationale Besonderheit, nicht jedes spezielle Risiko könne berücksichtigt werden.

Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte
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