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09.06.2008 
Angeblich Gespräche mit Erster Bank

BayernLB auf Partnersuche

Die BayernLB sondiert Finanzkreisen zufolge ein Zusammengehen mit der österreichischen Ersten Bank. Die Vorstandschefs beider Häuser hätten sich bereits getroffen und Szenarien für eine Übernahme des Münchner Kreditinstituts durch die von den österreichischen Sparkassen dominierte Erste Bank erörtert.

HB MÜNCHEN. Konkret seien die Gespräche allerdings nicht, sagten mit den Gesprächen vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Die BayernLB und ihre Eigentümer wollten sich nicht zu den Informationen äußern. Eine Sprecherin der Ersten Bank sagte, eine Fusion mit der BayernLB sei derzeit kein Thema. Sehr interessiert wären die Österreicher aber an einer Kooperation mit den bayerischen Sparkassen.

Wegen der Landtagswahlen in Bayern Ende September und dem wahrscheinlichen Widerstand der bayerischen Sparkassen, die wie der Freistaat 50 Prozent an Deutschlands zweitgrößter Landesbank halten, gelte das Projekt als schwierig, hieß es in Finanzkreisen. Als sicher gilt in der Branche aber, dass bei der arg gebeutelten BayernLB unter ihrem neuen Chef Michael Kemmer spätestens 2009 größere Veränderungen anstehen. Nur sind sich die Eigentümer weiter uneins, was der beste Weg für die Bank ist, die wegen der weltweiten Finanzkrise Belastungen von mehr als vier Mrd. Euro verkraften muss.

Bayerns Finanzminister und CSU-Chef Erwin Huber hatte sich zuletzt offen für neue Fusionsgespräche gezeigt, nachdem er Ende 2007 ein Zusammengehen der BayernLB mit der Stuttgarter LBBW, Deutschlands größter Landesbank, noch blockiert hatte. Für diese Option hatten sich vor allem die bayerischen Sparkassen starkgemacht, auch wenn München in einer solchen Konstellation derzeit nur die Juniorrolle bliebe.

Während das Land sich nun ein Zusammengehen mit der Ersten Bank vorstellen kann, streben die Sparkassen weiterhin eher eine "nationale Lösung" an, hieß es im Umfeld der BayernLB. Das mache die Gespräche in Wien schwierig. Beide Eigentümer sind noch bis nächstes Jahr aneinander gebunden, keiner kann seinen Anteil ohne Zustimmung des Partners veräußern. Da die Bankenbranche in Deutschland in Bewegung ist und viele mögliche Fusionen sondiert werden, könnte sich aber kurzfristig doch etwas tun.

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