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10.06.2008 
So lange Belastungen durch Finanzkrise unklar sind

BayernLB-Chef erwartet vorerst keine Landesbank-Fusionen

Obwohl die Eigentümer der BayernLB derzeit offenbar Zusammenschlüsse mit anderen Banken prüfen, erwartet der neue Institutschef Michael Kemmer keine größeren Fusionen der deutschen Landesbanken - zumindest kurzfristig.

HB MÜNCHEN. Kemmer sagte am Montagabend bei einer Veranstaltung in Frankfurt, größere Veränderungen seien erst realisierbar, wenn die Belastungen durch die weltweite Finanzkrise endgültig feststünden. Deutschlands zweitgrößte Landesbank ist mehr als vier Mrd. Euro betroffen.

Die Eigentümer der BayernLB, das Land Bayern sowie die Sparkassen im Freistaat, sondieren Finanzkreisen zufolge derzeit ein Zusammengehen mit der österreichischen Ersten Bank. Die Gespräche sind den Kreisen zufolge aber nicht sehr konkret. Die Erste Bank teilte mit, sie strebe keine Fusion mit der BayernLB an.

Kemmer sagte, die Fusionswelle bei den Sparkassen werde weitergehen. Stärkere Verbindungen der Sparkassen mit den Landesbanken seien aber aus politischen Gründen noch immer wenig wahrscheinlich. Die im öffentlich-rechtlichen Lager für das stabile Privatkundengeschäft zuständigen Sparkassen wollen keine engeren Verbindungen mit den Landesbanken. Diese sind vor allem im Firmenkundengeschäft und dem Investmentbanking aktiv. Seit dem Wegfall der Staatsgarantien sehen sich die Landesbanken einem verschärften Wettbewerb ausgesetzt.

Darauf reagieren die Institute mit unterschiedlichen Strategien. Die Hamburger HSH Nordbank positioniert sich etwa in der Nische Schiffsfinanzierungen, die Helaba aus Frankfurt hat sich die Frankfurter Sparkasse geangelt und die BayernLB versucht, ihre Internet-Aktivitäten sowie das Geschäft in Osteuropa zu stärken. Reine Nischenstrategien dürften aber nicht reichen, um langfristig fit zu bleiben, so BayernLB-Chef Kemmer. Insofern wird seit Jahren über weitere Zusammenschlüssen unter den Landesbanken spekuliert, passiert ist bislang wenig.

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