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26.03.2008 
Belastungen

BayernLB dementiert Kapitalmaßnahmen

von Frank M. Drost

Die BayernLB will sich an Spekulationen über die Höhe ihrer Belastungen im Rahmen der Finanzmarktkrise im ersten Quartal 2008 nicht beteiligen. Derweil äußerte die Ratingagentur Moody’s Zweifel an der Finanzkraft der zweitgrößten deutschen Landesbank.

BERLIN. „Wir werden im Rahmen unserer Bilanzpressekonferenz am 3. April eine Einschätzung über den Verlauf der ersten drei Monate geben“, sagte ein Sprecher. Im Zuge der zunehmenden Kritik an der Intransparenz einiger Landesbanken wird die BayernLB künftig Quartalsberichte vorlegen. Ein vollständiger Quartalsbericht über die ersten drei Monate soll im Mai erscheinen.

Die Ratingagentur Moody’s sieht die Gefahr, dass sich die Abschreibungen und Wertberichtigungen bei der BayernLB verdoppeln könnten und will daher das Finanzkraftrating auf eine Herabstufung hin überprüfen. Das kündigte sie gestern an. Da die Landesbank bereits selbst Belastungen in Höhe von 1,9 Mrd. Euro eingeräumt hat, ist die Rede von knapp vier Mrd. Euro. Allerdings ließ die Agentur offen, in welcher Zeit sich diese Belastungen einstellen sollen.

Selbst hatte die BayernLB vor gut einer Woche lediglich eingeräumt, dass seit dem 1. Januar „weitere Marktpreisveränderungen“ eingetreten seien. Die BayernLB blieb gestern bei ihrer Aussage von Februar, dass wegen der sogenannten Subprime-Krise keine Kapitalmaßnahmen erforderlich seien.

Die Landesbanken sind bislang sehr unterschiedlich mit ihren Belastungen aus der Finanzkrise umgegangen. Die bisher von der BayernLB eingeräumten Belastungen beziehen sich ausschließlich auf das vergangene Jahr. Der Löwenanteil in Höhe von 1,3 Mrd. Euro entfiel dabei auf rechnerische Buchwertminderungen auf das 32 Mrd. Euro schwere Wertpapierportfolio, die in der sogenannte Neubewertungsrücklage erfolgsneutral verrechnet wurde. Dahinter steht die Annahme, dass es zu keinen Ausfällen kommt.

Offensiv ist dagegen die HSH Nordbank vorgegangen, die Belastungen in Höhe von 1,45 Mrd. Euro einräumte. Im Gegensatz zur BayernLB wurden dabei 1,3 Mrd. Euro ergebniswirksam verbucht. Zudem schloss die HSH Nordbank ihre Bücher nicht bereits Ende 2007, sondern berücksichtigte die negative Veränderung des Marktgeschehens bis Mitte Februar. „Hätten wir unsere Bücher am 31.12. geschlossen, hätten wir 500 Mill. Euro weniger an Belastungen zu verbuchen gehabt“, sagte HSH-Vorstandschef Hans Berger.

Sparkassenkreise rechnen damit, dass der neue BayernLB-Chef Michael Kemmer die Chance Anfang April nutzen wird, reinen Tisch zu machen. Sein Vorgänger Werner Schmidt stolperte über die schleppende und häppchenartige Veröffentlichung der Belastungen. Kemmer will zudem die künftige Strategie der zweitgrößten deutschen Landesbank vorstellen. fmd

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