Die zweitgrößte deutsche Landesbank BayernLB hat rund vier Milliarden Euro in das hochriskante Marktsegment der US-Subprime-Wertpapiere investiert. Das gab das Münchener Institut, das jeweils zur Hälfte dem Freistaat Bayern und den bayerischen Sparkassen gehört, am Wochenende bekannt.
Finanzkrise: BayernLB drohen weitere Belastungen
Bayerns Ministerpräsident Beckstein hatte erst am Freitag weitere Belastungen bei der BayernLB nicht ausgeschlossen. Foto: ap.
HB FRANKFURT. Insgesamt seien rund 32 Mrd. Euro in sogenannte strukturierten Wertpapieren angelegt worden, davon die Hälfte außerhalb der Bilanz. Subprime-Papiere basieren auf schwach besicherten US-Immobiliendarlehen, die wegen sinkender Hauspreise nun massenhaft ausfallen.
Erst am Mittwoch hatte die BayernLB Belastungen von insgesamt 1,9 Mrd. Euro durch die US-Hypothekenkrise und ihre Folgen einräumen müssen. Davon belasten rund 600 Mill. Euro den Gewinn 2007, der Rest wird über Neubewertungsrücklagen ergebnisneutral mit dem Eigenkapital verrechnet.
Nun stellte die Bank klar, die vorgenommenen Abwertungen beruhten auf den zum Jahreswechsel 2007/2008 absehbaren Risiken. In den vergangenen sechs Wochen eingetretene Marktverschlechterungen wären damit noch nicht berücksichtigt.
Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein hatte am Freitag weitere Belastungen bei der BayernLB durch die US-Hypothekenkrise nicht ausgeschlossen. Trotz Medienberichten über deutlich höhere Belastungen hatte die Landesbank lange von nur 100 Millionen Euro Abschreibungsbedarf gesprochen.
Die Milliardensumme hatte das Institut erst am Mittwoch genannt. Kurz zuvor hatte Bayerns Finanzminister und CSU-Chef Erwin Huber Berichte über milliardenschwere Belastungen noch als Spekulation zurückgewiesen und erklärt, es gebe noch keine genauen Erkenntnisse. Huber sitzt im Verwaltungsrat der BayernLB.