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07.05.2008 
Finanzkrise setzt Landesbank zu

BayernLB macht hohen Verlust

Die Finanzkrise trifft die BayernLB auch unter dem neuen Vorstandschef Michael Kemmer hart und hat das Institut im ersten Quartal tief in die roten Zahlen gedrückt. In einigen Bereichen bekommt Deutschlands zweitgrößte Landesbank die Schwierigkeiten besonders stark zu spüren.

Eine Löwenfigur steht vor der Zentrale der Bayerischen Landesbank in München. Das Institut leidet weiterhin an den Folgen der Finanzkrise. Foto: dpaLupe

Eine Löwenfigur steht vor der Zentrale der Bayerischen Landesbank in München. Das Institut leidet weiterhin an den Folgen der Finanzkrise. Foto: dpa

HB MÜNCHEN.Deutschlands zweitgrößte Landesbank bezifferte die ergebniswirksamen Wertkorrekturen, die auf die US-Hypothekenkrise und ihre Nachwehen an den weltweiten Börsen zurückgehen, auf 1,1 Milliarden Euro. Eine Berichtigung in dieser Höhe hatte das Institut bereits im April bekannt gegeben. Zusätzlich würden 1,2 Milliarden Euro mit dem Eigenkapital verrechnet.

Wie die Bank am Mittwoch weiter mitteilte, ergibt sich damit im Auftaktquartal ein Vorsteuerverlust von 770 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein anteiliger Gewinn von 64 Millionen zu Buche stand. Ein Vergleich zum Vorjahr sei wegen der erstmaligen Einbeziehung der 2007 übernommenen Hypo Group Alpe Adria allerdings nur eingeschränkt möglich, hieß es.

Die Belastungen aus der Finanzkrise zeigten sich primär im Handelsergebnis und dem Ergebnis aus Finanzanlagen: Hier betrug das Minus 462 Millionen beziehungsweise 501 Millionen Euro.

Im operativen Geschäft sei die Landesbank dagegen gut gestartet, sagte der neue Vorstandschef Michael Kemmer in München. Mit der Zusage des Freistaats Bayern und der bayerischen Sparkassen, mit 4,8 Mrd. Euro für die wackligen Wertpapiere zu bürgen, könne sich die Landesbank jetzt wieder auf das operative Geschäft konzentrieren. "Mit dieser Zäsur richten wir den Blick nach vorne. Unsere Voraussetzungen zum Durchstarten sind gut", erklärte Kemmer. Das operative Kundengeschäft liege im Plan, das bereinigte operative Ergebnis von 343 Mill. Euro sei zufriedenstellend, sagte der BayernLB-Chef und kündigte eine Marktoffensive an.

Eine Jahresprognose legte die BayernLB nicht vor. Die Finanzmarktentwicklung sei aktuell noch nicht abschätzbar. Jedoch sei das Jahresergebnis stark von ihr abhängig. Im April sei eine "leichte Entspannung an den Finanzmärkten" spürbar gewesen. Es sei aber zu früh, daraus eine nahes Ende der Finanzmarktverwerfungen abzuleiten.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Verhandlungen über Abschirmung riskanter Papiere dauern an

Seit vergangenen Sommer hatten die riskanten Papiere ein Loch von insgesamt 4,3 Mrd. Euro in die Bilanz der BayernLB gerissen. Davon wurden 1,1 Mrd. Euro als Wertberichtigungen im ersten Quartal verbucht. Das machte die kräftigen Zuwächse bei Zins- und Provosionsüberschüssen nach der Übernahme der österreichischen Hypo-Alpe-Adria-Bank zunichte. Schon 2007 hatte die Landesbank wegen der hohen Abschreibungen nur noch einen kleinen Jahresgewinn von 175 Mill. Euro gemacht.

Zusammen mit der inzwischen verkauften SachsenLB zählt die BayernLB zu den am schwersten von der Finanzkrise getroffenen Landesbanken. Die SachsenLB ging an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Mit ihr würden die bayerischen Sparkassen auch die BayernLB gerne fusionieren. Die regionalen Sparkassen halten wie der Freistaat 50 Prozent der Anteile.

Über die Auslagerung von Risikopapieren im Volumen von 24 Mrd. Euro wird derzeit verhandelt. Hierfür wird eine Garantie von sechs Milliarden Euro fällig. Davon trägt die Bank 1,2 Milliarden Euro selbst, die Eigentümer haben je 2,4 Milliarden zugesagt. „Ziel ist es, dass der Schirm Ende Juni finalisiert ist“, sagte ein hochrangiger Manager der Landesbank. Dann müsse noch die EU zustimmen.

„Mit dem Schirm könnten wir einen Schlussstrich unter die Krise ziehen und die Belastungen limitieren“, ergänzte der Banker. Die BayernLB geht Finanzkreisen zufolge davon aus, dass sich die kritischen Märkte, die sich zuletzt etwas stabilisiert haben, durchaus noch einmal verschlechtern können.

Die Eigentümer könnten Teile ihrer Bürgschaft an private Investoren weiterreichen und ihnen damit einen Einstieg bei der BayernLB ermöglichen. Das war bei dem öffentlich-rechtlichen Institut bisher undenkbar, sei nun aber kein unrealistisches Szenario mehr, sagte der Manager mit Blick auf die Überprüfung durch Brüssel. Die EU hatte vor einigen Jahren den Landesbanken die Staatsgarantien gestrichen, seitdem müssen sie sich in einem wesentlich härteren Wettbewerb bewähren.

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