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16.04.2007 
Verdopplung des Börsenwerts geplant

BBVA: Abwehr durch Wachstum

von Stefanie Müller

Gerüchte, dass Spaniens zweitgrößte Bank BBVA von der Nummer eins, Banco Santander, gekauft werden soll, kursieren schon seit langem. Doch die BBVA versucht einer erwarteten feindlichen Übernahme durch ein schnelles Wachstum zuvorzukommen. Für mögliche Käufer wird das Finanzhaus somit immer teurer.

BBVA-Chef Franciso Gonzáles sucht den Übernahmecoup in Europa. Foto: apLupe

BBVA-Chef Franciso Gonzáles sucht den Übernahmecoup in Europa. Foto: ap

MADRID. Für ihre Wachstumsstrategie kaufte die BBVA drei kleinere US-Banken und zuletzt die im Südosten der USA tätige Compass Bancshares für 7,4 Mrd. Euro. Auch in Asien hat die BBVA über eine fünfprozentige Beteiligung an der chinesischen Citic Group in den vergangenen Monaten als erste spanische Bank Fuß gefasst. Insgesamt investierte die Nummer zwei im vergangenen Jahr über drei Milliarden Euro in ihren Ausbau.

Durch weitere Zukäufe und ein starkes organisches Wachstum in Lateinamerika, den USA und Asien will BBVA-Chairman Francisco González den derzeitigen Börsenwert von rund 51 Mrd. Euro in den kommenden drei Jahren verdoppeln. Das Institut soll unter seiner Führung eine der größten Industriebanken der Welt werden. Dabei muss sich González vor allem gegen Banco Santander behaupten. Die Banken stehen seit jeher in einem harten Kampf um Marktanteile in Spanien und Lateinamerika. In den vergangenen Jahren zog die von Emilio Botín geführte Santander der BBVA davon, beim Börsenwert wie auch beim Gewinn. González wollte im Jahr 2005 durch die Übernahme der italienischen BNL wieder aufholen, scheiterte aber am Widerstand einiger Aktionäre und an politischen Querelen.

Seitdem ist González auf der Suche nach dem großen Coup in Europa. Den hat er nicht gefunden und musste deswegen auf kleinere Übernahmen in Übersee ausweichen, um Botín in die Grenzen zu weisen. Denn seit fast einem Jahr kursieren Gerüchte, dass der Hauptgegner die BBVA übernehmen will. Beide Banken dementieren das zwar und auch die heimischen Wettbewerbsbehörden dürften einer solchen Fusion nicht zustimmen. Aber der Markt lässt das Gerücht immer wieder aufkochen.

„Wir reden mit vielen“, sagte González Anfang des Jahres. Die Banco Santander gehöre aber nicht dazu. Angenähert haben sich, wie aus Branchenkreisen zu hören ist, unter anderem die Bank of America, BNP Paribas und Lloyds Bank. Erst im vergangenen Spätsommer gewann die Aktie innerhalb von wenigen Tagen rund fünf Prozent, weil der Markt ein Übernahmeangebot von einer ausländischen Bank erwartete. Damals waren vor allem HSBC und Société Générale im Gespräch. Bis jetzt blieb eine konkrete Offerte jedoch aus.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Warum die Größe der Bank zum Hindernis wird.

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