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17.03.2008 

Wie die Fed am Sonntagabend (Ortszeit) nach einer Krisensitzung mitteilte, wurde zusätzlich zu der Absicherung der Bear-Stearns-Übernahme ein neues Kreditprogramm aufgelegt, mit dem sich große Wall - Street-Investmentbanken von Montag an Kurzzeitkredite sichern können. Zusätzlich wurde der Diskontsatz um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Der Satz, zu dem sich Banken bei der Fed Liquidität verschaffen können, liege nunmehr bei 3,25 Prozent.

Die Maßnahmen der Notenbank, die in einer höchst ungewöhnlichen Wochenendsitzung beschlossen wurden, sollten befürchteten Panikreaktionen an den Finanzmärkten am Montag entgegenwirken. Mit dem neuen Kreditprogramm würden den 20 größten US-Investmentbanken kurzfristig Mittel zur Verfügung gestellt, teilte die Fed in Washington mit.

Nach der Übernahme von Bear Stearns und der überraschenden Zinssenkung dürfte sich in der kurzen Börsenwoche vor Ostern das Auf und Ab an den US-Aktienmärkten noch verstärken. In der Nacht zum Montag deutete damit alles auf einen schwachen Wochenauftakt hin. Weithin wird damit gerechnet, dass die Notenbank den Leitzins bei ihrem Treffen am Dienstag um 100 Basispunkte senkt. Damit könnte die Fed einen kräftigen Impuls in die Wirtschaft senden, die viele Experten inzwischen in einer Rezession sehen.

Interessant dürfte dabei nicht nur die Zinsentscheidung werden, sondern auch die Erklärung der Fed dazu, sagte Hugh Johnson, Chief Investment Officer von Johnson Illington Advisors in Albany, New York. Am Markt wird die Effektivität der Fed-Bemühungen zur Belebung der Wirtschaft inzwischen allerdings zurückhaltend bewertet. Am vergangenen Dienstag hatte sie zusammen mit anderen Zentralbanken Dutzende Mrd. in den Markt gepumpt, um die Liquidität der Wirtschaft zu sichern. Dies half den Aktienkursen aber nur kurzzeitig. Bis zum Ende der Woche waren die meisten Kursgewinne wieder aufgefressen. Im Verlauf der vergangenen Woche stieg der Dow-Jones-Index der Standardwerte um 0,5 Prozent, der S&P-500 fiel um 0,4 Prozent, während der Technologie-Index Nasdaq unverändert notierte.

Dann schlug am Freitag die Nachricht ein, dass Bear Stearns eine Notfallfinanzierung braucht. Die Fed und JPMorgan Chase sprangen ein. Noch kurz zuvor hatte die fünftgrößte US-Investmentbank Gerüchte über Zahlungsschwierigkeiten zurückgewiesen und die Geschäftslage als solide bezeichnet. JPMorgan springt nun ein und will für alle finanziellen Verbindlichkeiten von Bear Stearns garantieren. Die Bank bezifferte die Gesamtkosten des Geschäfts auf sechs Mrd. Dollar. Bear Stearns verschob daraufhin die Vorlage der Quartalszahlen, die für Montag angesetzt war.

Anleger befürchten nun, dass auch andere Finanzinstitute Leichen im Keller haben könnten und die Finanzkrise noch tiefer und umfassender ist als bislang angenommen. Mehr Klarheit über das Volumen der Abschreibungen dürften die Bilanzzahlen bringen, die von drei großen Investmentbanken diese Wochen vorgelegt werden. Am Dienstag stehen die Zahlen von Lehman Brothers und Goldman Sachs an; am Mittwoch folgt Morgan Stanley. Die Aktienkurse aller drei Geldhäuser haben in den vergangenen Wochen stark nachgegeben. Auch die Prognosen ihrer Geschäftsentwicklung wurden deutlich nach unten korrigiert.

Bei den Konjunkturdaten werden am Dienstag die Erzeugerpreise und die Wohnbaubeginne besondere Aufmerksamkeit finden sowie am Donnerstag die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche bis zum 15. März sowie der Konjunkturindex der Federal Reserve (Fed) von Philadelphia. Dabei werde immer eine Frage im Vordergrund stehen: "Ist die Wirtschaft im Februar in einer Rezession gerutscht?", sagte Johnson von Johnson Illington Advisors.

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