Befreiungsschlag: HSH Nordbank verkauft Milliardenkredite

Befreiungsschlag
HSH Nordbank verkauft Milliardenkredite

Der HSH Nordbank ist in der anhaltenden Finanzmarktkrise ein Befreiungsschlag gelungen. Die Landesbank verkaufte ein 7,6 Milliarden Euro schweres Immobilienkreditportfolio in drei verschiedenen Tranchen - unter anderem an die Hypo Real Estate. Denn die sich weltweit ausdehnende Finanzmarktkrise hat die HSH Nordbank doppelt getroffen.

BERLIN. HSH verkauft Milliardenkredite Landesbank gibt Portfolio im Volumen von 7,6 Milliarden Euro ab und entlastet damit das Eigenkapital

BERLIN. Die Landesbank verkaufte ein 7,6 Mrd. Euro schweres Immobilienkreditportfolio in drei verschiedenen Tranchen an die Hypo Real Estate (2,6 Mrd. Euro), an die französische Bank BNP Paribas (zwei Mrd. Euro) und die US-amerikanische Investmentbank Lehman Brothers (drei Mrd. Euro). Das bestätigten Experten, die an der Transaktion beteiligt waren, dem Handelsblatt. Die HSH Nordbank selbst wollte dazu keine Stellung nehmen.

Mit dem Verkauf entlastet die Landesbank ihr Eigenkapital. Denn Kredite müssen abhängig vom Risiko zu einem bestimmten Prozentsatz mit Eigenkapital unterlegt werden. Der Bestand an Immobilienkrediten belief sich bei der HSH Nordbank Ende September 2007 auf gut 26 Mrd. Euro. Unter den sieben selbstständigen Landesbanken gehört die HSH neben der Landesbank Hessen-Thüringen zu den größten Immobilienfinanziers.

Die sich weltweit ausdehnende Finanzmarktkrise hat die HSH Nordbank doppelt getroffen. So ist das Institut mit seinen Structured Investment Vehicles (SIVs) „Poseidon“ und „Carrera“, mit rund vier Mrd. Euro in forderungsbesicherten Wertpapieren investiert, davon entfallen rund 1,8 Mrd. Euro auf Engagements in US-Immobilien. Hier wurden unter Einschluss des dritten Quartals 2007 bislang Wertberichtigungen in Höhe von 190 Mill. Euro fällig. Das vierte Quartal dürfte weitere Belastungen bringen.

Die von den USA ausgehende Subprime-Krise hat aber auch dafür gesorgt, dass der Kreditmotor der Landesbank ins Stottern geriet. Der Vorstandsvorsitzende Hans Berger räumte im November ein, dass nicht alle Chancen im Neugeschäft genutzt werden können. „Die Syndizierung ist eingebrochen, und der Verbriefungsmarkt ist nicht intakt“, sagte Berger seinerzeit in Hamburg. Mit beiden Instrumenten versuchen Banken, das Kreditrisiko auf mehrere Schultern zu verteilen. Doch im Zuge der Vertrauenskrise waren Banken nicht bereit, neue Belastungen zu schultern und die eigene Liquidität zu gefährden. So waren die Banken gezwungen, das Kreditgeschäft über die eigenen Bücher laufen zu lassen, was das Eigenkapital belastet, oder auf das Kreditgeschäft zu verzichten. Jetzt hat das Institut einen Ausweg gefunden.

„Der Verkauf des Immobilienportfolios sollte die risikogewichteten Aktiva generell reduzieren und sich somit positiv auf die Kapitalisierung der Bank auswirken“, urteilt Sabine Bauer von der Ratingagentur Fitch. Dabei wäre es für das Individualrating der Bank gut, wenn die HSH bei der vorhandenen Kapitalbasis ihre Risiken weiter reduziert, anstatt diesen neugewonnenen Spielraum sofort für Neugeschäft nutzen würde, so die Analystin. Dem Vernehmen nach will die Landesbank die frischen Kapazitäten für das Neugeschäft mit Immobilien nutzen. Trotz des Befreiungsschlags ist der für 2008 geplante Börsengang als sehr wackelig anzusehen. Damit wollte die HSH Nordbank ihre schwache Eigenkapitalquote nachhaltig verbessern.

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